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IW fordert kapitalgedeckte Vorsorge für stationäre Pflege

30.12.2014 – pflege_quelle axaWährend sich das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zum 20. Geburtstag der gesetzlichen Pflegeversicherung des zweiten Pflegestärkungsgesetzes rühmt, rechnet das IW Köln vor: 2050 wird die Finanzierungslücke in der sozialen Pflegeversicherung 11,5 bis 15,7 Mrd. Euro betragen. Der geplante Pflegevorsorgefonds decke davon nur rund 14 Prozent ab. Das IW Köln plädiert daher für eine kapitalgedeckte Versicherung.

In den vergangenen 20 Jahren sei der Beitrag von einem Prozent des Bruttolohns auf 2,35 Prozent für Eltern und 2,6 Prozent für Kinderlose angestiegen – bei schwächerem Leistungsangebot, schreibt das IW Köln. Zudem seien seit 1995 die Pflegefälle um rund 43 Prozent auf 2,5 Mio. (Stand: 2013) gestiegen, die Zahl der Beitragszahler hingegen nur um 2,8 Prozent auf rund 52 Mio.

Um Beitragssteigerungen abzufedern, sieht das zweite Pflegestärkungsgesetz, das ab dem 1. Januar 2015 in Kraft tritt, einen Pflegevorsorgefonds vor. Jährlich sollen die Einnahmen aus 0,1 Prozent Beitragssatzpunkten (laut BMG derzeit rund 1,2 Mrd. Euro) eingezahlt werden. Ab 2035 sollen über mindestens 20 Jahre fünf Prozent davon an die Pflegeversicherung abgeführt werden. Das IW Köln hält dagegen, die bis 2050 entstandene Finanzierungslücke würde dadurch nur um rund 14 Prozent gedeckt werden.

Ralf Kantak, Vorstandsvorsitzender der Süddeutsche Krankenversicherung, warnt vor einer Überbewertung der Änderungen. “Die Pflegereform nimmt zwar etwas Druck aus dem System, sie wird aber weiterhin nur eine Grundversorgung sichern”, betont er. Das IW Köln sieht die Lösung in einer kapitalgedeckten Versicherung für die stationären Pflegekosten: “Für eine solche Reform wäre jetzt noch Zeit, bevor die Babyboomer ins pflegenahe Alter kommen.” (vwh/ell)

Bildquelle: Axa

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