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Italien: Regierung mit Vorstoß zur Telematik

18.11.2014 – Werkstatt_Tim Reckmann_pixelioVon VWheute-Korrespondent Michael Feth.

Rabatte für diszipliniertes Fahren, regelmäßige Inspektionen und die Installierung einer Black Box – so kann man in Italien künftig bei der teuren Autohaftpflicht kräftig sparen, geht es nach den jüngsten Reformplänen der Regierung unter Premier Matteo Renzi.

„Damit wird die bisherige Logik aufgegeben, mit der Einordnung in landesweite Risikogruppen feste, schematisierte Rabatte auf die Prämien einzuräumen, was die Preise in schwindelerregende Höhen getrieben hat“, so Staatssekretär Giorgio Vicari vom römischen Wirtschaftsministerium, unter dessen Federführung der neue Gesetzentwurf entstand.

Und so sehen die Eckpunkte aus: Künftig haben die Versicherer die Möglichkeit, bei Vertragsabschluss einen Sicherheits-Check des Wagens vorzuschlagen; willigt der potentielle Kunde darauf ein, erhält er direkt einen Abschlag auf die Jahresprämie. Das gleiche gilt für die Installation des elektronischen Fahrtenschreibers, der sogenannten „Black Box“; auch für Motorräder, die in Italien laut Statistiken als Hauptunfallverursacher gelten, soll die Telematik künftig angeboten werden.

Durch die Auswertung des Fahrtenschreibers können die Versicherer etwa feststellen, wer sich im Straßenverkehr umsichtig verhält und die Verkehrsregeln beachtet; das gleiche gilt im umgekehrten Fall. So wird eine individuelle Risikobewertung des jeweiligen Versicherungsnehmers möglich. Bei Unfallschäden wird den Versicherern nach den Gesetzesplänen ermöglicht, den Kunden an ausgesuchte Vertragswerkstätten zu binden; eine Vorgangsweise, die in Deutschland bei vielen Unternehmern vornehmlich aus dem online-Bereich schon länger gang und gebe ist.

Deutlich erhöht werden sollen nach Angaben Vicaris auch die Sicherheitsstandards für Busse. Hier hat die hohe Schadensquote in den vergangenen Jahren nach Angaben des Gesamtversicherungsverbandes ANIA zu einem erheblichen Prämienanstieg geführt. Mit dem neuen Gesetzeswerk könnten die Prämien in diesem Bereich um durchschnittlich drei Prozent gesenkt werden.

Die Reform war ursprünglich bereits von der vergangenen Regierung unter Premier Enrico Letta ins Visier genommen worden, blieb aber im parlamentarischen Verfahren stecken. Der Dachverband ANIA unter seinem Präsidenten Aldo Minucci hatte immer wieder eine zügige Umsetzung gefordert.

Bildquelle: Tim-Reckmann/ pixelio

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