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IORP II: Solvency II Lite oder kostspielige Black Box?

25.03.2014 – Towers-WatsonFür kommenden Donnerstag, den 27. März erwarten die Experten für betriebliche Altersversorgung von Towers Watson die Vorstellung einer neuen Pensionsfonds-Richtlinie (IORP II – Entwurf). Diese ruht auf den drei Säulen, Eigenkapitalanforderung, Governance und Transparenz. An Hand der bislang bekannt gewordenen Fakten eröffnet Towers Watson nun die Diskussion und wirft folgende Fragen auf:

Weil der neue Vorschlag sich „nur“ auf die Säulen II und III beschränkt, bestanden Hoffnungen, dass es sich dabei um ein „Solvency II Lite“ handeln könnte. Es werden aber so viele Hintertürchen offen gehalten, dass sich noch nicht abschätzen lässt, ob es sich bei den Regelungen um geringfügige oder gravierende Änderungen handelt. Die Richtlinie soll planmäßig Ende 2016 in Kraft treten.

Wir erwarten, dass der IORP II-Richtlinienentwurf in vielen wichtigen Aspekten der Säulen II und III unbestimmt sein wird. Dadurch bleiben konkrete Vorhaben im Unklaren. Sie bleiben damit einer künftigen Ausgestaltung allein durch Eiopa vorbehalten – weitgehend außerhalb der politischen Einflussnahme. Die Governance-Regeln werden vornehmlich aus Solvency II abgeleitet sein. Bis auf die noch nicht spezifizierten Standards für eine eigene Risikobewertung (Risk Evaluation for Pensions) sind keine grundsätzlich neuen Anforderungen für deutsche EbAV vorgesehen. Problematisch ist, dass die vorgesehenen Regelungen in der Umsetzung dennoch sehr teuer werden können. Die gleiche Kritik kann gegen die Regelungen zu den Informationspflichten gerichtet werden: Auch hier erscheint insbesondere das Kosten-Nutzenverhältnis der Vorschläge fragwürdig.

Gleichzeitig mit dem Richtlinienentwurf zu IORP II will der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier am 27. März auch einen Aktionsplan zur langfristigen Finanzierung der europäischen Wirtschaft vorstellen. In dem entsprechenden Grünbuch der EU wird die gewichtige Rolle von langfristig orientierten Anlegern betont, zu denen auch EbAV zählen. Diese Investoren sind für die langfristige Finanzierung der Wirtschaft deshalb von Bedeutung, weil sie zwischenzeitliche Vermögensschwankungen besser verkraften können als kurzfristig orientierte Investoren. Interessant ist, dass die Kommission auf der anderen Seite mit ihren Regulierungsüberlegungen den Pensionsfonds die Erfüllung dieser Finanzierungsfunktion erheblich erschweren würde.

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