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Intra-EU-Handel: Die zehn “Neuen” profitieren

30.04.2014 – eu-nacht-europaZehn Jahre EU-Osterweiterung bedeuten für die Neumitglieder vor allen Dingen mehr Wohlstand. Die Sorge deutscher Arbeitnehmer, dass der Markt mit neuen Arbeitskräften überschwemmt wird und so zu Lohndumping führt, hat sich nicht bewahrheitet: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien plus außerdem Malta und Zypern feiern am 1. Mai den Jahrestag ihrer Mitgliedschaft.

Als rasche Aufholer haben sich neben den baltischen Staaten die Slowakei und Polen profiliert. In beiden Ländern hat sich das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf seit dem Beitritt zur EU mehr als verdoppelt. Eine Studie der deutschen Wirtschaft besagt, dass die zehn Neumitglieder vor dem Beitritt fast 37 Jahre benötigt hätten, um den Einkommensunterschied zu halbieren. Die Verbesserung der Wirtschaftsleistung habe nun dazu geführt, dass sich diese hypothetische Dauer auf 25 Jahre verkürzt hat. Der Rückstand in den zehn Jahren vor dem Beitritt, also zwischen 1993 und 2003, minderte sich lediglich um 1,9 Prozent. Der entsprechende Wert stieg zwischen 2004 und 2013 auf 2,8 Prozent.

Der EU-Beitritt eröffnet den Kandidatenländern zahlreiche Chancen. Ein wichtiger Vorteil ist der zollfreie Zugang zu einem großen, kaufkraftstarken Markt: Am gesamten EU-Außenhandel hat der Intra-EU-Handel einen Anteil von über 60 Prozent. Die Zollfreiheit ist Teil der Warenverkehrsfreiheit und gehört so mit dem Personenverkehr – darunter die Arbeitnehmerfreizügigkeit – dem Dienstleistungs- sowie dem Kapital- bzw. Zahlungsverkehr zu den Grundfreiheiten, die den Binnenmarkt definieren. Auch die Versicherer haben ihren Markt erweitert und ihre Aktivitäten in den Osten ausgeweitet. Der Versicherungsmarkt der neuen Mitglieder (siehe DOSSIER) stellt sich laut Insurance Europe nicht einheitlich dar.

Eine weitere Studie will indes belegen: Zehn Jahre nach der EU-Osterweiterung ist die befürchtete Verdrängung deutscher Arbeitnehmer durch billige Konkurrenz aus Osteuropa ausgeblieben. Das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) hat die Auswirkungen der Erweiterung untersucht und keine Belege dafür gefunden, dass Einheimische ihren Platz für Zuwanderer zunehmend räumen mussten. Das geht aus der Analyse des Bonner Instituts hervor. (vwh)

Foto: Von der EU-Erweiterung vor zehn Jahren haben die zehn Neumitglieder nachweislich profitiert. (Quelle: vwh)

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