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Interview: Wie müssen Fahrzeugdaten geschützt werden?

03.02.2014 – auto-hand-150Verkehrsgerichtstag in Goslar: Wie müssen Fahrzeugdaten geschützt werden? – Drei Fragen von VW-heute-Korrespondent Uwe Schmidt-Kasparek  an Thomas Funke von der Kanzlei Osborne Clarke, Köln.

VW-heute: eCall, Black Box, Big Brother sind die Stichworte für die moderne Fahrzeugkommunikation. Wem gehören die Daten, die mein Auto sammelt?

Thomas Funke: Auch wenn noch das Logo des Autoherstellers auf ihrem Auto steht, Sie haben das Fahrzeug gekauft. Daher gehören die bei der Fahrt erhobenen Daten Ihnen. Und Sie selbst dürfen entscheiden, was damit passiert.

VW-heute: Schon jetzt sammeln moderne Fahrzeuge Daten. Doch davon wissen viele nichts. Hat der Autofahrer ein Recht, auf solche Daten zuzugreifen, etwa um sich nach einem Unfall zu entlasten?

Thomas Funke: Deutsches Datenschutzrecht sieht längst vor, dass jeder erfahren muss, wer Daten sammelt und diese auch herausgeben muss. Das würde dann beispielsweise für die Angaben über die gefahrene Geschwindigkeit kurz vor dem Unfall gelten, falls diese Daten im Fahrzeug tatsächlich erhoben wurden. Nationales Recht sieht zudem vor, dass die Datensammlung gestoppt werden kann, wenn das der Betroffene möchte.

VW-heute: Und dennoch brauchen wir neues Recht?

Thomas Funke: Ja. Das europäische Kartellrecht muss geändert werden. Hier muss die neue Technik Berücksichtigung finden. Derzeit gibt es bereits Chancengleichheit für freie Werkstätten, was den Ersatzteilmarkt anbelangt. Die Kfz-Hersteller müssen sicherstellen, dass auch freie Werkstätten die Daten von Markenfahrzeugen bei der Reparatur auslesen können. Nun gilt es, die neue Technik, dass diese Daten drahtlos übermittelt werden, ins Recht einzupflegen. Zudem muss die Verordnung zu eCall, dem automatischen Notruf, der ab 2015 für alle Neuwagen verbindlich wird, erweitert werden. Sie muss sicherstellen, dass ich als Autofahrer Mehrwertdienste nicht von BMW, Audi oder Mercedes nehmen muss, sondern mit auch für einen anderen Anbieter wie den ADAC oder der Huk-Coburg entscheiden kann. (usk)

Bild: Die Daten gehören dem Fahrer, haben wollen sie viele. (Quelle: vwh)

Link: DOSSIER

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