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Internetmedizin und Kasse passen sehr gut zusammen

18.02.2016 – Marschall_BarmerFitness-Tarife sind keine Option für Krankenkassen. Und dennoch: Am Megathema Digitalisierung kommen Gesetzliche nicht vorbei und sind, wie Ursula Marschall von der Barmer GEK im Interview mit VWheute erklärt, schon längst aktiv. Gerade den Bereich der Selektivverträge sieht sie als zentrales Feld für Innovationen und fordert von der Politik hier Vertragsgrundlagen.

VWheute: Internetmedizin und Krankenkasse: Wie passt das zusammen?

Ursula Marschall: Das passt sehr gut zusammen. Die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung wird das Megathema des 21. Jahrhunderts sein. Als große Krankenkasse gestalten wir diese Entwicklung bereits heute aktiv mit und fördern digitale Innovationen, damit unsere Versicherten am medizinischen Fortschritt teilhaben können. So profitieren beispielsweise Jugendliche mit seltenen Erkrankungen von unserem Telemedizin-Projekt „PädExpert“, das es niedergelassenen Ärzten ermöglicht, einen pädiatrischen Facharzt online zu Rate zu ziehen. Außerdem bieten wir Web-Trainings für eine bessere psychische Gesundheit an. Unsere „Fit2Go“-App hilft Anwendern, zu jeder Zeit an jedem Ort mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. Digitale Medizin muss jedoch eines stets gewährleisten: den Schutz der sensiblen Versicherten- und Patientendaten. Aus diesem Grund verfolgen wir die Entwicklung beispielsweise rund um die sogenannten Fitness-Tracker sehr genau.

VWheute: Müssen Sie Incentivierung und Tarifierung mit Wearables beispielsweise für Krankenkassen ausschließen?

Ursula Marschall: Diese Frage stellt sich für eine gesetzliche Krankenkasse erst gar nicht, da der Gesetzgeber solchen Möglichkeiten einen Riegel vorschiebt. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts haben gesetzliche Krankenkassen gar nicht erst die Option, auf dieses Geschäftsfeld vorzustoßen. Dazu bedarf es auch keiner Bestätigung aus Brüssel. Für eine solidarische Krankenversicherung sind Fitnesstarife nicht denkbar.

VWheute: Was wünschen Sie sich von der Politik?

Ursula Marschall: Wir benötigen Innovationen im System. Als Körperschaft öffentlichen Rechts benötigen wir dazu entsprechende Vertragsgrundlagen im Sozialgesetzbuch. Selektivverträge bieten hier die Optionen, Innovationen aus medizinischer und ökonomischer Sicht einzuführen und zu bewerten. Die Erleichterungen hierzu helfen uns, die Versorgungsdefizite anzugehen. Telemedizin in die Regelversorgung zu überführen, ist hier nur ein Beispiel. Dazu gehören auch die telemedizinischen Konsultationen. Die Initiative der Bundesregierung, mit dem E-Health-Gesetz die Grundlagen für sichere Anwendungen im telemedizinischen Bereich zu schaffen, ist ein erster Schritt.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz.

Bild: Ursula Marschall ist Leiterin des Kompetenzzentrums Medizin der Barmer GEK

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