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IMD2: Was kommt, was geht, was bleibt?

18.12.2013 – imd2Diese Frage wurde auf der Fachkonferenz „IMD2: Mit Transparenz & Bildung zum Erfolg – Qualitätsoffensive für den Vertrieb?!“ der Versicherungsforen Leipzig am 11. und 12. Dezember 2013 gestellt. 60 Teilnehmer aus der Versicherungsbranche nutzten die Gelegenheit, sich unter der fachlichen Leitung von Matthias Beenken, Fachhochschule Dortmund, und Mario Gärtner, Versicherungsforen Leipzig, über die Herausforderungen und Auswirkungen des Richtlinienentwurfs auf die Branche auszutauschen.

Ein Kritikpunkt an IMD2, der sich im Verlauf der zweitägigen Fachkonferenz herauskristallisierte, ist, dass die Themen tatsächlicher Kundenbedarf und Kundenzufriedenheit in der Richtlinie und Diskussion bisher nur wenig berücksichtigt werden. Eine verpflichtende regelmäßige Weiterbildung sowie zusätzliche Transparenzmaßnamen und Sanktionen sollten die Vermittlungsdienstleistung für den Kunden zwar verbessern, jedoch führen unter anderem übermäßige Informationspflichten und eine Offenlegung der Vermittlervergütung zum Gegenteil. Dies widerspricht dem Gedanken, dass Vermittler sich als Versicherungs- und Vorsorgemanager des Kunden sehen und durch gute Beratung und nachhaltige Betreuung das Vertrauen des Kunden festigen. Als weiteres Problem der IMD2-Vorschläge sahen die Referenten die möglichen Folgen eines Ausbaus der Honorarberatung. Werden Kunden nur noch beraten, wenn sie bereit sind, dafür zu zahlen, ist anzunehmen, dass die Versicherungsdurchdringung gerade bei den finanzschwachen Bevölkerungsgruppen sinkt. Die soziale Verantwortung der Versicherungen für flächendeckenden Versicherungsschutz könnte infolgedessen nicht mehr gewährleistet werden; die Provisionsberatung sei daher das deutlich demokratischere Modell.

Der Transparenzanspruch von IMD2 und die damit verbundene viel diskutierte Provisionsoffenlegung war auch Inhalt der abschließenden Vorträge der Konferenz. Ulrich Gröbel, Business & Finance Consulting Services GmbH, prognostizierte sinkende Vermittlereinkommen, auf die mit veränderten Vergütungssystemen reagiert werden muss.

Ergänzt wurde die Betrachtung der aktuellen Entwicklungen um einen Blick über den Tellerrand. Marco Ambrosius, Standard Life Versicherung, zeigte, dass die Vermittlerregulierung in Großbritannien bereits wesentlich strikter als in Deutschland praktiziert wird, aber auch, dass ganz verschiedene Auffassungen für den Begriff des „Versicherungsvermittlers“ existieren. In diesem Kontext ist es kaum verwunderlich, dass ein europaweiter Kompromiss momentan schwer zu finden ist, auch wenn die Mehrzahl der Konferenzteilnehmer eine baldige einheitliche Lösung auf europäischer Ebene begrüßen würde. (vwh)

Link: Agenda der Versicherungsforen

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