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IMD II trifft Versicherungsmakler weitgehend unvorbereitet

24.09.2014 – Die Umsetzung der Reform der europäischen Vermittlerrichtlinie (IMD II) kommt mit Riesenschritten auf die Assekuranz zu. Bereits im Herbst stehen in Brüssel weitere entscheidende Weichenstellungen an und ab 2015 könnte IMD II in nationales Recht umgewandelt werden. Mit der deutlichen Stärkung des Verbraucherschutzes, und der damit verbundenen Erhöhung des Anforderungsniveaus an die Vermittlerqualifizierung sowie der Bevorzugung der Honorarberatung gegenüber Provisionsvergütungen, steht der Branche ein Paradigmenwechsel bevor. Vorbereitet ist sie allerdings nicht, wie eine Untersuchung gerade festgestellt hat.

Nach einer Studie von Heute und Morgen und V.E.R.S. Leipzig GmbH beurteilt jeder zweite befragte Makler (47 Prozent) den eigenen Kenntnisstand zu den aktuellen gesetzlichen und brancheninternen Entwicklungen im Versicherungsvertrieb nur als „mittelmäßig“ oder „schlecht“. Teils haben die Vermittler von Richtlinien wie „PRIBs“, „IMD II“ oder „MiFID II“ noch nicht einmal gehört.

Speziell zur Vermittlerrichtlinie IMD II verfügen fast drei Viertel (72 Prozent) der Makler nach eigenen Angaben bisher nicht über ausreichende Kenntnisse und wissen noch gar nicht, was auf sie zukommt.

Generell stehen die Makler der Reform der Vermittlerrichtlinie – wie auch dem GDV-Kodex –mehrheitlich ablehnend gegenüber. Die Akzeptanz steigt jedoch mit dem Grad der Beschäftigung mit den konkreten Inhalten. So wird beispielsweise die Forderung nach ständiger beruflicher Weiterbildung von zwei Dritteln der Makler mit gutem Kenntnisstand zu IMD II begrüßt. Auf der anderen Seite betrachten die meisten Makler IMD II als existentielle Herausforderung. Eine Ausschließlichkeit der Honorarberatung wird strikt abgelehnt. Mehr als jeder vierte Makler hat aufgrund der verschärften Anforderungen auch bereits über eine Aufgabe seiner Maklertätigkeit nachgedacht. Zudem wird erwartet, dass in den kommenden drei Jahren durchschnittlich jeder fünfte Kollege aus dem Markt ausscheiden wird.

Zwei Drittel der Makler wünschen sich Unterstützungsmaßnahmen zu IMD II, allen voran spezielle Informationsveranstaltungen. Zudem zeigt sich im Kontext von IMD II großer Weiterbildungsbedarf, vor allem im Bereich Rechts- und Haftungsfragen sowie sparten- und produktspezifischer Schulungen.

Für den geplanten Zeitablauf zur konkreten Umsetzung  von IMD II ist der Umstand relevant, dass am 8.9.2014 die italienische Ratspräsidentschaft ihren Kompromißvorschlag den Mitgliedsstaaten vorgelegt hat. Damit rückt der abschließende Trialog (zwischen Kommission, Ministerrat und Parlament) in greifbare Nähe.

Link: Vermittlerregulierung aus Maklersicht: Herausforderungen für Makler und Handlungsfelder für Versicherer (PDF)

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