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IMD 2 privilegiert Fondspolicen

02.07.2015 – Europa_Am 30. Juni 2015 haben sich der Rat der EU-Mitgliedsstaaten, das Europaparlament und die EU-Kommission auf eine neue Insurance Distribution Directive geeinigt. Die generelle Provisionsoffenlegung wird demnach nicht kommen. Dennoch werden die Spielräume für Vermittler geringer.

Die am 30. Juni 2015 erzielte Einigung auf eine neue Insurance Distribution Directive (IDD), ehemals IMD 2, wird ein Produktinformationsblatt für Versicherungsprodukte einführen, eine Fortbildungspflicht für Vermittler und neue Regeln für die Provisionen. Wie vorhergesehen ist es in den Brüsseler Kompromissgesprächen nicht zu einem generellen Provisionsverbot gekommen. Der neuen IDD zufolge sollen aber die Zahlungen keinen negativen Einfluss auf die Beratung haben. Wie das konkret umgesetzt werden soll, wird die EU-Kommission in der Form delegierter Rechtsakte ausarbeiten. “Käufer sollen auch über die Kosten des Vertrags informiert werden, einschließlich der Beratung und des Services”, teilt das EU-Parlament mit. Versicherungsvermittler müssen jetzt jeden Interessenskonflikt ihrem Kunden gegenüber aufdecken.

Federführender Berichterstatter im EU-Parlament war Werner Langen (CDU/EVP). Die konsequente Angleichung an Mifid II bei Fondspolicen ist Langen nur halbherzig angegangen, kommentiert Grünen-Politiker Sven Giegold. Anders als bei Fonds, die durch die Mifid II geregelt sind, müssen Vermittler bei Fondspolicen nur die Art der Vergütung offenlegen, nicht die konkrete Summe. Auch ein Provisionsverbot für unabhängige Berater findet sich in der IDD nicht wieder. Die neue Vermittlerrichtlinie muss nach Inkrafttreten innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umgesetzt werden.

“Der im Trilog erzielte Kompromiss trägt den gewachsenen Strukturen nationaler Märkte ausreichend Rechnung – dies betrifft insbesondere die Koexistenz von Provisions- und Honorarberatung”, kommentiert Axel Wehling, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die IDD fordert von Maklern eine Haftpflichtversicherung über eine Summe von 1,25 Mio. Euro. Zudem müssen Makler vier Prozent der Jahresprämie an Liquidität vorhalten, mindestens aber 18.750 Euro, um Kunden davor zu schützen, dass er die Prämie oder eine Schadensregulierung nicht weiterleitet. Anders als die IMD I umfassen die Regelungen der IDD auch den Direktvertrieb. (ba)

Bildquelle: Schmuttel / pixelio.de

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