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Hund Pauli beim Tanken

23.07.2014 – kleine-hunderasseWer auf einem Tankstellenareal einen angeleinten Hund anfährt, haftet für die Behandlungskosten auch dann, wenn das Tier nachlässig fixiert wurde und dem Hundehalter damit eine Teilschuld zukommt. Das hat das Amtsgericht München in einem nun veröffentlichten Urteil vom 6.12.13 (Aktenzeichen 344 C 1200/13) festgestellt.

Im vorliegenden Fall befand sich die Hundehalterin mit ihrem Hund Pauli gegen 16.45 Uhr auf dem Gelände einer Tankstelle im Stadtgebiet von München, um im dortigen Tankstellenshop einzukaufen. Den Hund leinte sie im Eingangsbereich zum Tankstellengebäude an, indem sie die Leine um den dort aufgestellten Abfalleimer wickelte und das Ende der Flexi-Leine in die Öffnung des Mülleimers legte. Der Fahrer eines Klein-Pkw, ebenfalls aus München, fuhr zwischen den Tanksäulen und dem Eingangsbereich zum Gebäude an dem Hund vorbei und fuhr ihn an. Das Tier zog sich eine Bänderschädigung an den Hinterläufen zu und es wurden zwei Mittelfußknochen gebrochen. Der Hund musste operiert werden, wodurch Behandlungskosten in Höhe von 2.200 Euro entstanden sind.

Die Klägerin verklagte den Fahrer auf Bezahlung der Behandlungskosten.

Dieser weigerte sich zu zahlen. Der Fahrer gibt an, den Hund nicht bemerkt zu haben. Der Unfall sei von der Tierhalterin schuldhaft verursacht worden, da sie ihn nicht ordnungsgemäß angeleint habe und damit habe rechnen müssen, dass der Hund auf die Fahrbahn läuft. Im Hinblick auf den Wert des Terrier-Mischlings, den die Halterin für 175 Euro aus dem Tierheim geholt hatte und der an weiteren Erkrankungen litt und bereits acht Jahre alt war, seien die Behandlungskosten unverhältnismäßig hoch.

Die Richterin verurteilte den Fahrer zur Zahlung von 1.650 Euro und erkannte eine Teilschuld der Halterin die mit 25 Prozent bewertet wurde. Das Urteil ist rechtskräftig. (vwh)

Bild: Seit dem das Gesetz zur Verbesserung der Rechtsstellung des Tieres im bürgerlichen Recht vom 20.8.90 in Kraft trat, haben Tiere auch einen ideellen Wert. (Quelle: vwh)

Link: Hund Pauli beim Tanken. Pressemitteilung 30/14 des Amtsgerichts München

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