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Hufeld warnt vor zu scharfer Umsetzung von Mifid II

18.01.2016 – Hufeld_frank_beer_bafinBafin-Präsident Felix Hufeld warnt davor, bei der Umsetzung von Mifid II das Kind mit dem Bade auszugießen. „Manch ein Unternehmen wird sich fragen, ob sich Wertpapierberatung künftig in der Fläche überhaupt noch lohnt“, kritisiert Hufeld. Die in Brüssel bereits verabschiedete Neuauflage der „Markets in Financial Instruments Directive“ muss bis zum 3. Juli in deutsches Recht umgesetzt werden.

Felix Hufeld versucht bei der Regulierung der Anlageberatung gegenzusteuern. Die europäische Richtlinie Mifid II gibt detaillierte Vorgaben, wie Banken, Asset Manager und andere Finanzdienstleister künftig Kundengeschäfte anzubahnen, zu vergüten und zu dokumentieren haben. „Wie bei jeder Art der Regulierung müssen wir auch in der Verhaltensregulierung das richtige Maß finden“, sagt Hufeld. „Wenn wir Anbieter mit übertriebenen bürokratischen Anforderungen knebeln, leidet darunter die Versorgung mit Finanzprodukten.“ Für Hufeld ist das angesichts der niedrigen Zinsen von besonderer Brisanz.

Mifid II wird die Institute wirtschaftlich stark belasten. Die Richtlinie greift tief in die Vertriebsprozesse ein. Sie zeugt von dem großen Misstrauen, das der Finanzbranche nach dem großen Crash im Jahr 2008 entgegenweht. Telefonate müssen aufgezeichnet werden, es sollen sehr strenge Regeln bei der Offenlegung von Kosten gelten, Vermögensverwalter dürfen keine Provisionen nehmen. Auch bei der Qualifikation von Vermögensverwaltern sollen strengere Vorschriften gelten. Die Kosten für die Umsetzung werden von der Kommission massiv unterschätzt. (ba)

Bild: Bafin-Präsident Felix Hufeld. (Quelle: Frank Beer/ Bafin)

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