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Hufeld appelliert an den kollektiven Gedanken

04.04.2014 – hufeld-rednerpult-150Das Prinzip des Kollektivs, der Solidarität und der Sicherheit müsse wieder „mehr in den Vordergrund“ gerückt werden, erinnerte der Exekutivdirektor der Versicherungs- und Pensionsaufsicht der Bafin, Felix Hufeld, beim Abschluss der Handelsblatt Jahrestagung Assekuranz 2014 gestern in München. Die angestrebte Neuregelung der Ausschüttung der Bewertungsreserven in der Lebensversicherung sei eine wichtige Korrektur, um die dringend benötigen Mittel in Milliardenhöhe bei den Versicherern zu halten.

„Es geht um einen fairen Interessensausgleich der Ausscheidenden und der im Kollektiv Verbleibenden.“ Dies werde noch durch die Marktsituation verschärft. Die Versicherer müssten bereits mit der Bildung einer Zinszusatzreserve Sorge tragen, dass Garantien aufrecht erhalten werden können.

Die Versicherungsbranche hätte sich überdies mit einem falschen Zeitgeist auseinanderzusetzen. So bestehe ein „gewaltiger Trend zur Individualisierung“. Immer mehr kundenspezifisch preislich ausgerichtete Produkte kämen auf den Markt. Allerdings löse die perfekte Tarifierung auf einzelne Individualniveaus den Kollektivgedanken auf. Auch bestehe bei Produkten der Altersvorsorge die „Renditefalle“. In der Vergangenheit hätten die Versicherer ihre Produkte zu stark vor dem Hintergrund der Rendite beworben. Das, was Versicherer bedeutsam macht, der finanzielle Schutz vor Gefahren und die Gewähr des Unterhalts für die Altersvorsorge, sei in der Vergangenheit in den Hintergrund geraten.

Welchen Beitrag schließlich die Regulierung für Innovativen der Versicherer leisten kann, war Vortrag von Manuela Zweimüller, Head of Regulation der Eiopa. Sie forderte eine erhöhte Transparenz in der Rechnungslegung, um Investoren für die Bereitstellung von innovativem Kapital anzuziehen. „Wir sehen, dass Finanzinvestoren zögerlich sind, in Versicherungsunternehmen zu investieren.“ Auch klagten Analysten über die Vergleichbarkeit von Daten. Für Innovationen förderlich sieht Zweimüller die Risko- und Solvabilitätsbeurteilung (Orsa) im Rahmen von Solvency II. Damit könnten die Unternehmen ihre Strategien noch zielgenauer setzen.

Aufschlussreich auch die Antwort von Hufeld auf die Frage, wie die mehrheitliche Übernahme der Heidelberger Leben durch das Private Equity-Unternehmen Cinvent zu beurteilen ist. Durch den Einstieg konzentriert sich der Versicherer auf das Run-off-Geschäft von Lebensversicherungen. „Wenn man in eine Phase hineinkommt, in der es mehr krisenhafte Fälle geben könnte als weniger“, so Hufeld, sei es zu begrüßen, dass es „ein Krisenlösungsinstrument mehr“ gibt. (ki)

Bild: Felix Hufeld, Exekutivdirektor der Versicherungs- und Pensionsaufsicht der Bafin (Quelle: ki)

Link: DOSSIER zum Run-Off-Geschäft

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