Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Hoch zufriedenes Mittelalter

03.09.2015 – koecher_epoVon VWheute-Korrespondentin Elke Pohl.

Die 30- bis 59jährigen Deutschen sind ein Volk von Zufriedenen. Sowohl die Lebensqualität in Deutschland als auch ihre eigene Lebenssituation finden sie klasse. Doch dafür, dass das auch im Alter so bleibt, wollen immer weniger etwas tun.

Das sind einige Ergebnisse der Studie “Generation Mitte”, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beim Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) in Auftrag gegeben hat und gestern in Berlin der Öffentlichkeit vorstellte. Gefragt wurden gut 1.000 Personen im betreffenden Alter. Das für IfD-Geschäftsführerin Renate Köcher bemerkenswerteste Ergebnis ist die überwältigend positive Beurteilung der Lebenssituation in Deutschland – 91 Prozent finden sie gut und sehr gut. Und auch, dass drei Viertel der Befragten die eigene Situation als gut und sehr bezeichnen beweise, dass die zehnjährige Prosperitätsphase hierzulande Wirkung zeigt. Die Menschen würden wirtschaftliche Stabilisierung und Aufschwung würdigen, ihre Ängste um den eigenen Arbeitsplatz oder die eigene wirtschaftliche Lage seien auf einem historischen Tiefpunkt.

Damit einher geht ein wachsender Glaube an die Sicherheit, die der Staat seinen Bürgern garantiert. Während 2013 nur 59 Prozent der Menschen davon überzeugt waren, dass ihnen der Staat ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellt, sind in diesem Jahr 69 Prozent dieser Meinung. “Die Menschen lassen sich vor allem davon beruhigen, dass es praktisch keine Neuverschuldung des Staates gibt. Auch die Stabilität Deutschlands ist ein Pfeiler, der der mittleren Generation ein großes Sicherheitsgefühl gibt”, kommentiert Köcher dieses erstaunliche Umfrage-Ergebnis.

Parallel zu diesem vermeintlichen Sicherheitsgefühl wächst die Zahl der Menschen zwischen 30 und 59 Jahren, die sich keine Gedanken um ihre Altersvorsorge machen. Waren es 2013 noch 18 Prozent und 2014 20 Prozent, die keine Pläne in der Richtung haben und auch nichts machen, sind es in diesem Jahr schon 22 Prozent. Und das, obwohl 71 Prozent dem Lebensstandard im Alter eine große Bedeutung beimessen. Diesen Widerspruch erklärt Renate Köcher neben dem wachsenden Vertrauen in die staatliche Fürsorge mit der fehlenden Attraktivität klassischer Sparprodukte, so dass die Deutsche “ihr Ideal von risikofreiem Sparen nicht verwirklichen können”, sowie mit den zahlreichen “Aufregungszyklen” der letzten Jahre, die die Motivation für private Vorsorge erschüttert hätten.

Zu den interessanten Ergebnissen der Studie zählt, dass das Märchen von der künftigen Erbengeneration entzaubert wurde. Denn knapp 60 Prozent der befragten Mittelgeneration erwarten keine Erbschaft. Und die 40 Prozent, die einen warmen Geldregen abbekommen werden, gehören mehrheitlich schon jetzt zu den Begüterten (57 Prozent). Kein Wunder, dass für fast 40 Prozent der künftigen Erben die Erbschaft keine Rolle für die eigenen Altersvorsorge spielt (siehe DOSSIER).

Bild: IfD-Geschäftsführerin Renate Köcher (Quelle: epo)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten