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Herbstgutachten sieht Konjunktur auf Talfahrt

10.10.2014 – chart-fallend“Die deutsche Wirtschaft befindet sich mithin in einem – wenn auch nicht allzu ausgeprägten – Abschwung”. So fassen die Ökonomen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland ihre Ergebnisse zur Konjunkturprognose für die Jahre 2014 (1,3 Prozent Wachstum) und 2015 (1,2 Prozent Wachstum) in ihrem jetzt vorgestellten Herbstgutachten zusammen. Ursprünglich war man noch von Werten um die 1,9 bis 2,0 Prozent ausgegangen. Die deutsche Sonderkonjunktur kühlt sich ab.

Schwach ist sowohl die Binnennachfrage – das Konsumklima hat sich zuletzt verschlechtert und die Unternehmen halten sich mit Investitionen weiterhin zurück – als auch die Auslandsnachfrage. Belastend wirken das mäßige Expansionstempo der Weltwirtschaft und die auch im Prognosezeitraum niedrige Dynamik im Euroraum.

Im Herbst 2014 expandiert die Weltproduktion weiterhin in mäßigem Tempo. Zwar setzt sich in den USA und in Großbritannien der Aufschwung fort, aber im Euroraum hat die Erholung, anders als noch im Frühjahr erwartet, nicht Tritt gefasst. Uneinheitlich ist die Konjunktur auch in den Schwellenländern. Die recht schwache weltwirtschaftliche Expansion schlug sich darin nieder, dass der Welthandel im ersten Halbjahr 2014 kaum zugelegt hat. Wachstumsimpulse für Deutschland könnten von den Versicherern ausgehen (siehe KÖPFE)

Die Finanzpolitik bleibt im Prognosezeitraum in den meisten fortgeschrittenen Volkswirtschaften restriktiv ausgerichtet, der Restriktionsgrad dürfte jedoch weiter abnehmen. In den USA wird kaum noch konsolidiert. Die Institute gehen davon aus, dass die Konsolidierungsbestrebungen in vielen Ländern des Euroraums hinter den jeweiligen Stabilitätsprogrammen zurückbleiben werden, obwohl die Zinsen auf Staatsschuldtitel niedrig sind und damit die Zinsbelastung sinkt.

Die Risiken für die Weltkonjunktur sind erheblich. Das liegt an den Problemen am Immobilienmarkt Chinas, aber auch am Konflikt Russlands mit dem Westen. Ferner könnten in den Bankbilanzen im Euroraum noch größere Risiken schlummern. Darüber wird die Prüfung der Qualität der Aktiva durch die EZB nähere Auskunft geben. Sollten Altlasten in den Bankbilanzen nicht zügig bereinigt werden, dürften in einigen Ländern des Euroraums weiterhin angebotsseitige Kreditrestriktionen bestehen, die dann die Konjunktur auf längere Sicht dämpfen würden. Auch die niedrige Preisdynamik im Euroraum deutet auf Risiken hin. Die überraschend niedrige Inflation führt dazu, dass die realen Lasten von Altschulden höher sind als erwartet. Auch steigen die realen Finanzierungskosten von Haushalten und Unternehmen, wenn die Nominalzinsen wegen der im Euroraum bereits erreichten Nullzinsschranke nicht in gleichem Maße wie die Inflation sinken. Für den Euroraum insgesamt ist aber gegenwärtig nicht mit einem Deflationsszenario zu rechnen, solange es keine Anzeichen dafür gibt, dass sich die mittel- bis langfristigen Inflationserwartungen entankern.

Bild: Die Konjunkturdaten zeigen Richtung Süden. (Quelle: vwh)

Links: ARD: Wirtschaftsforscher senken Prognose, Ifo: Deutsche Wirtschaft stagniert – Jetzt Wachstumskräfte stärken

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