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Hebammen: Aktiver Beitrag von Versicherern erwartet

21.03.2014 – frau-baby-mutter-hebamme-150“Die Arbeit der Hebammen ist unverzichtbar.“ Damit sprach Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gestern im Grunde für alle im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien. Einigkeit über alle Parteigrenzen hinweg bestand auch darin, dass an der Wahlfreiheit gebärender Frauen, wo und mit welchem Beistand sie ihr Kind zur Welt bringen wollen, nicht gerüttelt werden darf. Von der Versicherungswirtschaft wird ein aktiver Beitrag zur Lösung des Problems der stark steigenden Prämien für die Berufshaftpflicht von Hebammen erwartet.

Gröhe sagte, er führe seit Wochen intensive Gespräche mit den Hebammenverbänden, dem GKV-Spitzenverband sowie den Versicherern. Nach dem angekündigten Rückzug der Nürnberger Versicherung aus einer Hebammen-Gruppenversicherung sieht Gröhe die Versicherungswirtschaft gefordert. „Wir erwarten ein überzeugendes Angebot“, sagte Gröhe, der genau wie Sprecher der SPD-Fraktion aber auch vor Schnellschüssen warnte. Mitte April werde die interministerielle Arbeitsgruppe erste Ergebnisse vorlegen, wobei auch Modelle diskutiert würden, durch die über einen öffentlichen Fonds oder eine Beschränkung der Regressforderungen der Sozialversicherungsträger die Prämien der Haftpflichtversicherung gesenkt werden könnten.

Die Grünen, auf deren Antrag die Debatte stattfand, drängten auf eine schnelle Lösung, denn die Haftpflichtprämien seien von 500 Euro im Jahr 2003 auf rund 3.700 Euro im Jahr 2010 gestiegen und dürften in diesem Jahr weiter auf 5.000 Euro klettern. Ursache ist nicht die Zunahme von schweren Geburtsschäden sondern der medizinische Fortschritt. Die Abgeordnete Elisabeth Scharfenberg sagte zu Gröhe gewandt: „Die Zeit drängt; verständnisvolle Worte reichen nicht mehr.“

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach versicherte: „Wir arbeiten mit voller Kraft an dem Thema.“ Es müsse aber eine rechtssichere Lösung geben, die noch ein paar Wochen Beratungszeit benötigen werde. Die Problematik sei komplex, zumal es bei den freiberuflichen Hebammen große Unterschiede in der Zahl der betreuten Geburten gebe. Es sei völlig klar, dass es nicht funktionieren könne, wenn eine Hebamme mit zehn Geburten im Jahr je Geburt 500 Euro für die Haftpflichtversicherung bezahlen müsse. Die linke Bundestagsabgeordnete Birgit Wöllert sagte, bei durchschnittlichen Stundenlöhnen von 7,50 bis 8,50 Euro sei es beschämend, wie mit den Hebammen umgegangen werde. Sie warb für eine Petition zur Hebammenhilfe, der sich bereits 27.500 Unterstützer angeschlossen hätten. Bis Mitte April müssten es 50.000 werden, damit sich auch der Petitionsausschuss in öffentlicher Sitzung mit der Problematik befasst. (brs)

Foto: Für einen guten Start von Mutter und Kind sollen auch in Zukunft Hebammen sorgen (Foto: souza/ pixelio)

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