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Handlungsempfehlungen vom Gesprächskreis „Compliance“

08.09.2014 – ComplianceUnter der fachlichen Leitung von Prof. Fred Wagner und Dr. Andrea Nowak-Over haben Funktionsträger und leitende Angestellte namhafter Versicherungsunternehmen im Rahmen des 2. Arbeitstreffen des Leipziger Gesprächskreises „Compliance“ am Wochenende in Köln drängende Fragestellungen im Hinblick auf das Compliance in der Versicherungsbranche diskutiert.

„Die Unternehmen der Versicherungsbranche stehen vor einer großen Herausforderung: Compliance. Durch Einführung von Compliance in Unternehmen soll das Vertrauen von Kunden, Mitarbeitern und Aktionären sichergestellt sowie gesetzliche Anforderungen in geschäftlichen Prozessen berücksichtig werden“, erklärt Fred Wagner von der Universität Leipzig. Die gesetzeskonforme Implementierung, regelmäßige Kontrollen und permanente Verbesserungen bestehender Regularien sind dabei von größter Relevanz und Aufgabe jedes einzelnen Mitarbeiters. Das Thema Compliance kann einen effektiven Beitrag leisten, die Wettbewerbskraft eines Versicherungsunternehmens zu stabilisieren und zu verbessern.

Andrea Nowak-Over sprach über „Compliance und Outsourcing“. Sie untersuchte die Abgrenzung zwischen Funktionsausgliederungen und der Ausgliederung sonstiger Dienstleistungen sowie die unterschiedlichen Anforderungen nach geltendem Recht.
Darüber hinaus gab sie in ihrem Vortrag einen Ausblick auf mögliche Änderungen im Hinblick auf Solvency II und die entsprechenden EIOPA-Leitlinien. Frau Nowak-Over kommt zu dem Schluss, dass auch zukünftig die Ausgliederung von Tätigkeiten für Versicherungsunternehmen nicht wirklich vereinfacht wird, sondern eine intensive Beschäftigung mit den rechtlichen Anforderungen im Einzelnen erfordert wird.

Marc Strerath sprach in seinem Vortrag über „Compliance im Arbeitsrecht mit Blick auf Korruptionsbekämpfung“. Im Individualarbeitsrecht bestehen Compliance-Risiken bei der Gestaltung von Arbeitsverträgen (siehe DOSSIER). Das kollektive Arbeitsrecht weist insbesondere im Bereich des Betriebsverfassungsrechtes Compliance-Relevanz auf. Hier zeigen sich größere Risiken zum einen auf der Ebene des „Ob“ einer Beteiligung des Betriebsrats durch den Arbeitgeber und zum anderen auf der Ebene des „Wie“ in Bezug auf die konkrete Amtsausübung des Betriebsrats. Weiterhin sprach Strerath über Compliance-Verstöße, die im arbeitsrechtlichen Zusammenhang in die Öffentlichkeit gerieten. Hierbei handelte es sich häufig um Korruptionsdelikte. Die stringente Strafverfolgung in diesem Bereich hat viele Unternehmen bereits heute für das Thema „Anti-Korruptions-Compliance“ sensibilisiert. Hierbei geht es darum, zunächst korruptionsanfällige Bereiche zu identifizieren und anschließend geeignete Maßnahmen der Korruptionsprävention und -bekämpfung zu implementieren. Ziel der Anti-Korruptions-Compliance ist gerade nicht nur die Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben, sondern die nachhaltige Begründung einer ethischen Unternehmenskultur.

Nach einer Einführung in die Grundzüge des deutschen Datenschutzrechts und einem Ausblick auf die angekündigte EU-Datenschutzgrundverordnung ging Udo Pickartz auf rechtliche Fragestellungen bei der Nutzung von Social Media ein und sprach sich für die Einführung von Social Media-Guidelines in Unternehmen aus. Herr Pickartz endete mit Handlungsempfehlungen für den Fall, dass eine entsprechende Unternehmenskommunikation im Web 2.0 „schiefgegangen“ ist und ein sog. „Shitstorm“ ein Unternehmen trifft.

Durchgeführt wird der Leipziger Gesprächskreis „Compliance“, der sich zwei Mal im Jahr trifft, von der V.E.R.S. Leipzig GmbH, einem Spin-off des Instituts für Versicherungswissenschaften e.V. an der Universität Leipzig.

Link: Leipziger Gesprächskreise

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