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Haftpflicht für Hebammen wird verlängert

27.11.2015 – Hebamme_Helene Souza_pixelioanzeigeDie Haftpflichtversicherung für freiberufliche Hebammen ist bis Mitte 2018 gesichert. Wie der Deutsche Hebammenverband (DHV) mitteilt, wurde der entsprechende Gruppenvertrag mit einem Versichererkonsortium unter der Führung der Versicherungskammer Bayern (VKB) entsprechend verlängert. Allerdings sollen die Prämien für die Geburtshelferinnen in den beiden kommenden Jahren deutlich steigen.

Demnach sollen nach Angaben des DHV die Prämien im Jahr 2016 um neun Prozent auf jährlich 6.843 Euro sowie im Jahr 2017 um elf Prozent auf dann 7.639 Euro steigen. Zwar soll ein Sicherstellungszuschlag die Hebammen entlasten. “Doch die Kosten steigen weiter. Die bisher verabschiedeten politischen Maßnahmen greifen nicht ausreichend. Der Sicherstellungszuschlag ist eine sinnvolle Maßnahme zur Entlastung der Hebammen. Die Umsetzung entspricht aber nicht dem, was wir Hebammen brauchen und was der Gesetzgeber erreichen wollte”, kritisiert Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands.

Begründet wird dieser Schritt jedoch nicht mit einer Zunahme von Schadensfällen. Den Ausschlag geben laut Bericht der Süddeutschen Zeitung vielmehr die steigenden Kosten für die Versicherer. So hätten die besseren Behandlungsmöglichkeiten dazu geführt, dass auch schwerst geschädigte Kinder länger leben. Die Folge: Die Versicherer müssen nicht nur die Therapie- und Pflegekosten zahlen, sondern auch Rentenansprüche, Schmerzensgeld und einiges mehr. “Bei schweren Geburtsfehlern liegen die Kosten heute im Durchschnitt bei 2,6 Mio. Euro”, wird VKB-Sprecher Stefan Liebl in der SZ zitiert. Das Konsortium leistet maximal bis zu sechs Mio. Euro pro Kind.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) begrüßt in einer Stellungnahme die Einigung auf einen neuen Gruppenvertrag. So eröffne die Einigung den Versicherern, Hebammen, Krankenkassen und Politik zudem die Möglichkeit zu evaluieren, wie sich die jüngsten gesetzlichen Änderungen für freiberufliche Hebammen auswirken. Allerdings könnte die Regelung auch zu gerichtlichen Auseinandersetzungen darüber führen, wie viel Schuld die Hebamme am Geburtsschaden eines Kindes trage. Ob und in welcher Höhe Hebammen und ihre Haftpflichtversicherer tatsächlich entlastet werden, wird sich erst noch erweisen müssen, so der Branchenverband. (vwh/td)

Bildquelle: Helene Souza / pixelio.de

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