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Haftpflicht für Belegärzte bringt Kliniken in Bedrängnis

19.12.2013 – frontal-websiteGestiegene Kosten und immer weniger Ärzte bedrohen die Versorgungssituation in der Geburtshilfe – das war der Tenor der ZDF-Sendung Frontal am vergangenen Dienstag um 21.00 Uhr. Die Reportage beschrieb die wirtschaftlich angespannte Lage der privat betriebenen „Nordseeklinik” auf Sylt. Ein Problem für das Krankenhaus sind die hohen Haftpflichtprämien, die das Überleben schwer machen.

Eindrucksvoll schilderte die Sendung am Beispiel einer jungen Frau, die im Februar nächsten Jahres ein Kind erwartet, ihre Sorgen. Denn wenn die Geburtsabteilung der Klinik geschlossen würde, ergebe sich ein Notstand in der Versorgungssituation. Das nächste Krankenhaus ist nur auf dem Festland zu erreichen. Auch auf mögliche Komplikationen zu reagieren, kann schwierig sein, da zum Beispiel Hubschrauber nur bei schönem Wetter fliegen können.

Bislang zahlte das Krankenhaus die Haftpflichtprämien für den betreuenden Belegarzt der werdenden Mutter, Andreas Kirstein. Der Arzt berichtet, das die Klinik nun verlange, dass er die Prämien selber bezahlen solle. Damit ist aber ein Aufwand verbunden, sagte Kirstein, den wir uns „nicht leisten können”. So stellte die ZDF-Sendung-Frontal heraus, dass die jährlichen Haftpflichtprämien für Belegärzte in Deutschland von durchschnittlich 8.498 Euro im Jahr 2000 auf 43.200 im Jahr 2013 gestiegen sind. Die Folge, so der Bericht, sei, „dass Geburtsstationen geschlossen werden”. Das treffe vor allem private Kliniken.

Als Gegenbeispiel der privat betriebenen „Nordseeklinik” auf Sylt erwähnte die Sendung das öffentliche Krankhaus auf Föhr, dessen Geburtsstation ohne größere aufkommende Bedenken erhalten werden konnte, weil es öffentlich finanziert ist und die Haftpflichtprämien von der Klinik übernommen werden.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat in der Publikation „Die Positionen der deutschen Versicherer 2013″ die Haftpflichtproblematik angesprochen. Er kann sich vorstellen, dass Regresse von Pflege-, Kranken- und Rentenkassen begrenzt werden. Auch die stark gestiegenen Haftpflichtprämien für Hebammen sieht er als ein Problem. Ein großer politischer Konsens mit Blick auf die Finanzierung von Personenschäden sei hier notwendig, so der GDV. (ki)

Link: Frontal 21 – Sendung vom 17. Dezember 2013

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