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Guernsey sucht nach neuem Offshore-Modell

19.07.2016 – OLYMPUS DIGITAL CAMERANach dem Brexit-Votum fürchtet Guernsey um seinen Zugang zur Europäischen Union. Deshalb hat das als Captive-Standort beliebte Eiland vor der bretonischen Küste die Beratungsgesellschaft PWC beauftragt, nach Möglichkeiten zu suchen, wie man von dem Brexit sogar noch profitieren könnte. Zunächst denkt man daran, der Welthandelsorganisation beizutreten.

“Guernsey hat sein eigenes, hoch reguliertes, angesehenes Regulierungssystem, das sich von Solvency II unterscheidet”, sagt Peter Childs, Chairman der Guernsey International Insurance Association, in einem Interview mit dem Post Magazin. Solvency II sei in der britischen Versicherungsaufsicht tief verankert, auch wenn Großbritannien die EU verlassen wird. Childs sieht deshalb weiterhin Potenzial für britische Versicherer und Unternehmen, Versicherungsaktivitäten von der Kanalinsel aus zu betreiben.

In jüngster Zeit haben neben Captives geratete Rückversicherer ihre Aktivitäten auf die Kanalinsel verlagert, Einheiten zur Enthaftung von Pensionsverpflichtungen und Einheiten für Versicherungsverbriefungen. Ende 2015 waren 804 “Versicherer” auf Guernsey registriert, sieben mehr als Ende 2014. Sie kommen auf ein Prämienvolumen von knapp 5 Mrd. Pfund, die Kapitalanlagen summieren sich auf 23,7 Mrd. Pfund (Stand: Ende 2014).

Guernsey ist im Besitz des britischen Königshauses und war nie Teil der Europäischen Union, unterhält aber eine Zollunion mit dem Festland. Sollte der Brexit von der Europäischen Union nicht so weich forciert werden, wie sich das die gegenwärtige britische Regierung erhofft, könnte die EU Offshore-Standorte stark unter Druck setzen. Neben den Kanalinseln dürfte das auch auf den Bermudas für Probleme sorgen. (vwh/ba)

Foto: Hartmut910 / pixelio.de

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