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GKV/PKV: Wie man neue Mitglieder gewinnt und wie man es nicht macht

30.08.2013 – gesundheitsforen-leipzigDie gesetzlichen Krankenkassen ringen mit der Frage des Wechselverhaltens ihrer Mitglieder. Dazu hat die GKV eine Studie, die in Kooperation mit dem Kölner Marktforschungsunternehmen Heute und Morgen und den Gesundheitsforen Leipzig erarbeitet wurde, veröffentlicht. Auch wenn die Untersuchung die Wechselmotive innerhalb der GKV betrachtet ergeben sich Erkenntnisse und Perspektiven für den Wechsel über die Systemgrenzen hinweg. Unterdessen kritisiert das Bundesversicherungsamt (BVA) in seinem Tätigkeitsbericht für das Jahr 2012 gesetzliche Kassen, die Mitarbeitern Sonderprämien für die Anwerbung junger, gesunder und einkommensstarker Mitglieder zahlen.

Als wichtigste Gründe für die Wahl ihrer aktuellen Krankenkasse nennen die Kassenwechsler unter den GKV-Mitgliedern vor allem die Erwartung eines besseren Services, finanzielle Vorteile in Form von Prämienzahlungen oder Beitragsvorteilen. Nichtwechsler bindet vor allem die familiäre Tradition.

Zu einem künftigen oder erneuten Krankenkassenwechsel könnte ein umfassendes Leistungsangebot und konkret die Übernahme der Kosten für individuelle Gesundheitsleistungen animieren. Hoch im Kurs stehen zudem schnelle Termine bei Fachärzten. Beatrice Blankfein, Referentin bei den Gesundheitsforen Leipzig, kommentiert die Ergebnisse so: ” Die eigenen Mitglieder sollten im Zuge der Bestandssicherung deutlich stärker über die Besonderheiten des eigenen Leistungsangebotes informiert werden, vielen ist dieses nur oberflächlich oder gar nicht bekannt. Nur aktive Bindung schützt auf Dauer den Bestand.”

Eine ganz eigene Vorstellung der Kundengewinnung scheinen verschiedene gesetzliche Krankenkassen zu haben. Einem Bericht des Bundesversicherungsamtes zu Folge haben einige Kassen ihre Werbung auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe konzentriert und Zielgruppenvereinbarungen mit ihrem Vertrieb getroffen, ganz im Widerspruch zum gesetzlichen Auftrag, jeden, egal ob krank oder einkommenschwach, saisonbeschäftigt oder alt, kurz ohne Ansehen der Person aufzunehmen. Als “völlig inakzeptabel” bezeichnete der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, Jens Spahn, diesen Vorgang in der Printausgabe der Süddeutschen Zeitung und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr von der FDP sagte, das Vorgehen der Kassen “sei nicht in Ordnung”. Angesichts des Verdachts der gezielten Risikoselektion hat der Spitzenverband GKV seine Mitglieder in einem Rundschreiben daran erinnert, dass man bei der Anwerbung eines neuen Versicherten weder nach dessen Verdienst noch nach dessen Erkrankung fragen dürfe.

Links: Wie sich neue Mitglieder gewinnen lassen, Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamtes (PDF)

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