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GKV: Deckungslücke 2015 bei elf Milliarden Euro

16.10.2014 – Der Schätzerkreis zur finanziellen Entwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) rechnet für das kommende Jahr mit einer Deckungslücke von rund 11,2 Milliarden Euro. Dies teilten Experten des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des GKV-Spitzenverbands und des Bundesversicherungsamtes (BVA) nach zweitägigen Beratungen mit.

Der erwartete Fehlbetrag bildet die Basis für durchschnittlichen Zusatzbeitrag, welcher vom Ministerium festgelegt wird. Dieser dürfte 0,9 Prozentpunkte betragen, so dass der Beitragssatz bei 15,5 Prozent stabil bleiben kann.

Nach der “einvernehmlich” erzielten Prognose sollen die Einnahmen des Gesundheitsfonds bei 198,3 Milliarden Euro liegen. Dabei leistet der Bund einen Zuschuss in Höhe von 11,5 Milliarden Euro. Die Ausgaben der Kassen werden bei 209,5 Milliarden Euro erwartet. Der Beitragssatz wird zum 01.01.2015 von 15,5 auf 14,6 Prozent abgesenkt.

Allerdings können die Krankenkassen einen Zusatzbeitrag von durchschnittlich bis zu 0,9 Prozentpunkte verlangen. Die Prognose unterstellt einen günstigeren Ausgabenzuwachs von 4,1 Prozent je Versicherten, der deutlich unter dem in diesem Jahr (5,0 Prozent) bleiben soll. Zudem soll die Zahl der Versicherten um 400.000 auf dann 70,5 Millionen ansteigen. Die Zahl der Beitragszahler könnte um 0,9 Prozent auf 53,0 Millionen steigen.

Für 2014 sieht der Schätzerkreis die Finanzlage der GKV nahezu im Lot. Die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds sollen 199,6 Milliarden Euro erreichen. Dabei werden Gelder aus der Liquiditätsreserve des Fonds entnommen, weil der Bundeszuschuss nur noch 10,5 Milliarden Euro beträgt. Das Ausgabevolumen wird mit 200,4 Milliarden Euro beziffert.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Linkfraktion Harald Weinberg kritisierte die Regelung als “großkoalitionären Rosstäuschertrick”. Mit dem Zusatzbeitrag versuche die Koalition den Bürgern weiß zu machen, dass sich im Grunde nichts ändere. Die Versicherten müssten künftig “still und heimlich über ihre Gehaltsabrechnung” alle Mehrkosten zahlen, während der Arbeitgeberbeitrag mit 7,3 Prozent stabil bleibe, erklärte Weinberg. (brs)

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