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Diskurs GKV – PKV: Lebendiger Systemwettbewerb

19.08.2014 – Value“Unser zweigegliedertes Versicherungssystem führt nicht zu Zwei-Klassen-Medizin, sondern ist im Gegenteil die beste Prävention gegen eine Behandlung in Abhängigkeit vom privaten Geldbeutel”, erklärt PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach. Er begrüßt, dass an der Dualität von gesetzlicher und privater Krankenversicherung aktuell nicht gerüttelt wird. Dagegen betont DAK-Chef Herbert Rebscher, dass sich der sogenannte Systemwettbewerb lediglich auf den Wettbewerb um Gesunde beschränkt.

Die virtuelle Diskussion zum Wettbewerb von PKV und GKV führten Herbert Rebscher und Volker Leienbach im Versicherungswirtschaft-Special VALUE – Vom Wert der Gesundheit. „Die private Krankenversicherung ist langfristig nicht überlebensfähig”, hat nun TK-Chef Jens Baas in einem Interview gesagt. Grund genug, sich der Gegenüberstellung der Argumente im Detail zu widmen.

Leienbach: Die rund elf Prozent Privatversicherten in Deutschland kommen für gut ein Viertel der Arzthonorare auf, während die knapp 90 Prozent der gesetzlich Versicherten mit 75 Prozent unterdurchschnittlich dazu beitragen.

Rebscher: Auch die PKV ist von der mangelnden ordnungspolitischen Stringenz betroffen. Ordnungspolitische Widersprüche finden sich, wohin man schaut. Wir brauchen einen neuen Diskurs jenseits von kurzfristigen tagespolitischen Entscheidungen.

Leienbach: Das medizinisch Notwendige bleibt nur dann für alle bezahlbar, wenn möglichst viele Menschen und Leistungen rechtzeitig kapitalgedeckt abgesichert werden. Die Bedeutung ergänzender privater Absicherung hat der Gesetzgeber für die Altersvorsorge längst erkannt – und jüngst auch für die Pflege. Es wäre aberwitzig, diese Erkenntnis in der Krankenversicherung über Bord zu werfen.

Rebscher: Das Verhältnis von GKV und substitutiver PKV ist normativ zu klären. Wie auch immer die politische Lösung aussieht, die Diskussion ist überfällig, denn die historisch entwickelte Struktur ist weder politisch noch ökonomisch begründbar und in Europa einmalig.

Leienbach: Die Große Koalition hat das Gesamtsystem stabilisiert und Rückschritte vermieden. Nun müssen weitere Schritte folgen, damit die Gesundheits- und Pflegepolitik zukunftsfest gemacht werden kann.

Rebscher: Eine überzeugende Alternative zur GKV war die PKV noch nie, da sich der sogenannte Systemwettbewerb lediglich auf den Wettbewerb um Gesunde beschränkt. Dieser Wettbewerb hat außerdem noch nie zu einer systematisch besseren medizinischen Versorgung beigetragen. (vwh)

Lesen Sie die gesamte Gegenüberstellung der Gastbeiträge von Volker Leienbach, “Lebendiger Systemwettbewerb”, und Herbert Rebscher, “Mangel an ordnungspolitischer Stringenz”, im Versicherungswirtschaft-Special VALUE – Vom Wert der Gesundheit.

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