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GKV 2015: Wettbewerbsfaktor sind die Beiträge

21.08.2014 – Leicht sinkende Beiträge und ein härterer Wettbewerb um Neukunden, der praktisch ausschließlich über Gebühren ausgetragen wird – damit rechnet die überwiegende Zahl der Gesetzlichen Krankenkassen, wenn im Januar 2015 das GKV-Finanzstruktur- und Qualitätsweiterentwicklungsgesetz (FQWG) in Kraft tritt.

Das sind die zentralen Ergebnisse einer Umfrage der Kommunikationsberatung Ergo Kommunikation – nicht verwandt mit dem Versicherungskonzern – unter Kommunikationsverantwortlichen bei Gesetzlichen Krankenkasen in der ersten Augustwoche. Kern des Gesetzes ist es, die einheitlichen Zusatzbeiträge für Arbeitnehmer in Höhe von 0,9 Prozentpunkten abzuschaffen und den Gesetzlichen Krankenkassen zu ermöglichen, wieder selbst zu bestimmen, ob und in welcher Höhe sie ihren Versicherten Zusatzbeiträge über den Regelsatz (7,3 Prozent vom Gehalt) hinaus aufbürden. Die Mehrheit der Kassen plant derzeit offenbar Zusatzbeiträge in Höhe von 0,1 bis 0,8 Prozentpunkten, also insgesamt eine Beitragssenkung. Verbesserte Leistungen hingegen zieht derzeit keine der befragten Krankenkassen in Betracht.

Auf große Skepsis unter den Kassen trifft ein Vergleichsportal, das mit Inkrafttreten des Gesetzes unter Regie des GKV-Spitzenverbandes eingerichtet werden und das Versicherten erlauben soll, sich einfach und schnell über die günstigste Krankenkasse zu informieren. Nur 18 Prozent der Befragten begrüßen die Idee eines solchen Portals.

Tobias Mündemann, Geschäftsführer Ergo Kommunikation: „Uns hat überrascht, wie ausschließlich beitragsfixiert der Wettbewerb zu werden droht. Dass man sich auch über Leistungen gegenüber Kunden profilieren kann, scheint in den Planungen rund um das Gesetz derzeit keine Rolle zu spielen. Möglicherweise verpassen die GKV hier Chancen.“

Ein widersprüchliches Bild ergibt die Frage nach der Neukunden-Gewinnung. Zwar wollen zwei Drittel der Befragten die zurückgewonnene Beitragsautonomie nutzen, um aktiv neue Kunden zu umwerben. Aber nur sechs Prozent der Kommunikationsverantwortlichen rechnen tatsächlich mit einem maßgeblichen Anstieg der Mitgliederzahlen. „Offenbar wissen die GKV wenig über die tatsächliche Wechselbereitschaft ihrer Versicherten“, so Mündemann. „Banken oder Telekommunikationsunternehmen wissen aufgrund des scharfen Wettbewerbs sehr genau, wie man Neukunden gewinnt. Es scheint, die GKV stehen hier erst am Anfang einer Lernkurve.“ (vwh)

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