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GfK: Zinsentscheidung lässt Sparneigung abstürzen

27.06.2014 – gfk_logoDie Stimmung der Verbraucher zeigt sich wieder optimistischer. Nachdem es vier Monate lang auf dem gleichen Wert verharrte, legt das Konsumklima im Juni wieder zu. Für Juli prognostiziert der Gesamtindikator 8,9 Punkte nach revidiert 8,6 Punkten im Juni. Die Konjunkturerwartung klettert auf ein Drei-Jahres-Hoch und auch die Anschaffungsneigung verzeichnet Gewinne. Die Einkommenserwartung zeigt hingegen kaum Bewegung. Die durch die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) eingebrochene Sparneigung stützt darüber hinaus das Konsumklima.

Die erneute Leitzinssenkung der EZB auf 0,15 Prozent sowie die Erhebung eines Strafzinses für Einlagen der Banken, die bei der Zentralbank geparkt werden, hat dem Konsumklima in diesem Monat die entscheidenden Impulse gegeben und maßgeblich für den Anstieg des Konsumklimas gesorgt. Denn durch diese geldpolitischen Entscheidungen muss die Sparneigung starke Verluste hinnehmen. Auch der Anstieg der Anschaffungsneigung ist zumindest teilweise darauf zurückzuführen. Dagegen zeigt sich die Einkommenserwartung nahezu unverändert. Sie muss nur minimale Einbußen hinnehmen.

Die deutschen Konjunkturaussichten zeigen sich derzeit in blendender Verfassung. Der Indikator legt im Juni um 7,7 Punkte zu und erreicht 46,2 Zähler. Vor genau drei Jahren, im Juni 2011, wurde zuletzt mit 50,3 Punkten ein höherer Wert gemessen. Damit verstärkt der Konjunkturindikator seinen Aufwärtstrend.

Nach dem robusten Start der deutschen Wirtschaft in das Jahr 2014 richten die Verbraucher bei der Beurteilung der Konjunkturentwicklung derzeit ihr Hauptaugenmerk auf die inländischen Rahmenbedingungen wie Arbeitsmarktlage, Investitionsneigung und Inflation. In diesen Bereichen stehen die Signale klar auf grün, so dass das BIP in diesem Jahr vermutlich um knapp zwei Prozent wachsen wird. Darauf deuten auch die zuletzt veröffentlichten Prognosen der Wirtschaftsexperten hin.

Ein unberechenbarer Risikofaktor für die Konjunktur bleibt jedoch die Entwicklung der internationalen Krisenherde wie beispielsweise in Syrien, der Ukraine und dem Irak. Eine spürbare Eskalation in diesen Ländern dürfte sich dann auch auf die Konjunkturstimmung in Deutschland auswirken. Die deutschen Unternehmen befürchten offenbar eine solche Verschärfung der internationalen Lage. Dementsprechend ist das Ifo-Geschäftsklima ist im Juni leicht zurückgegangen (VWheute berichtete). (vwh)

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