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Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

29.03.2016 – Geldwaesche_Sturm_pixelioVor dem Hintergrund der schrecklichen Brüsseler Attentate in der vergangenen Woche gewinnen die Geldwäscheprävention und die Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung in Deutschland massiv an Bedeutung. Die Augen davor zu verschließen, ist aufgrund der Unberechenbarkeit derartiger Ereignisse nicht zielführend, schreibt Andreas Glotz exklusiv für VWheute:

Tatsache ist und bleibt, dass in Deutschland auf allen Ebenen einfach zu wenig für die Geldwäscheprävention und gegen die Terrorismusfinanzierung unternommen wird. Dass sich kapitalbildende Versicherungsprodukte ganz hervorragend dazu eignen, hat das Bundeskriminalamt oft genug dargestellt. Der vor dem Hintergrund der Pariser Anschläge entwickelte Aktionsplan der Europäischen Kommission zur Intensivierung der Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung wird nun vor dem Brüsseler Hintergrund drängender den je umzusetzen sein.

Einerseits ist es aus geschäftlichem Kalkül heraus sicher sinnvoll, die Umsetzung der bereits verabschiedeten 4. EU-Anti-Geldwäscherichtlinie in nationales Recht abzuwarten, um dann eine an das neue Recht angepasste Präventionsstruktur sicherzustellen. Andererseits verdeutlichen die neuerlichen Geschehnisse die absolute Notwendigkeit, die gesamtgesellschaftliche Verantwortung aller zu erkennen und aktiv alles zu unternehmen, um schnell gegenzusteuern.

Es ist durch die Unternehmen und die mit ihnen vertraglich wie auch immer verbundenen Versicherungsvermittler sicherzustellen, dass Versicherungsprodukte nicht zur Terrorismusfinanzierung missbraucht werden können, denn niemand ist dem Zugang zu diesen Produkten näher und könnte die Präventionsleistung ähnlich effektiv erbringen. Vor diesem Hintergrund ist auch zu hoffen, dass der BVK seine Initiative, Versicherungsvermittler – mit Ausnahme der Makler – von der Pflichterfüllung des Geldwäschegesetzes weitgehend zu entbinden, überdenken wird.
Die vielfältigen Reaktionen der Politik auf die Anschläge von Brüssel verbunden mit den Hinweisen, dass derartiges auch jederzeit in Deutschland geschehen könne, lässt einen einfachen Rückschluss zu: Bis jetzt hatten wir einfach nur Glück gehabt.

Andreas Glotz, Coautor des Buches „Geldwäscheprävention in der Versicherungsvermittlung“ (VVW 2015) und Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Geldwäscheprävention mbH.

Bildquelle: Rainer Sturm/ pixelio

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