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Gegen NSA und BND hilft auch kein Rückzug aus der Cloud

26.03.2015 – Haerting“Wer Zugriffe ausländischer Geheimdienste fürchtet, muss in IT-Sicherheit investieren. Cloudanbieter sind da meist besser aufgestellt als mittelständische Unternehmen”, schreibt Internetrecht-Experte Niko Härting in seinem Beitrag für VWheute. Eine Schengen-Cloud oder Deutschland-Cloud bewertet er als zündende Werbeslogans deutscher Provider: “Mehr aber nicht”.

Die Cloud ist aus dem unternehmerischen Alltag nicht mehr hinwegzudenken. Sie eröffnet die Chance, Datenbestände an sicherer Stelle zu verwahren. IT-Sicherheit wird bei den Cloudanbietern großgeschrieben. Für Angreifer ist es meist wesentlich leichter, in die Rechnersysteme eines Mittelständlers einzudringen, als dies bei einem professionellen Cloudservice der Fall ist.

Die Cloud ist nach Snowden keinesfalls ein Auslaufmodell. Snowden hat uns zwar gezeigt, dass Daten in der Cloud vor dem Zugriff von Nachrichtendiensten keineswegs sicher sind. Dies liegt daran, dass für die NSA, den BND und andere Dienste nur die Grundrechte der eigenen Bürger zählen. Ausländer sind “vogelfrei”. Wer Zugriffe ausländischer Geheimdienste fürchtet, muss in IT-Sicherheit investieren. Cloudanbieter sind da meist besser aufgestellt als mittelständische Unternehmen.

Die “Schengen-Cloud” oder die “Deutschland-Cloud” sind Stoff für zündende Werbeslogans deutscher Provider. Mehr aber nicht. Ein US-amerikanisches Gericht hat Microsoft zur Herausgabe von Daten verurteilt, die auf einem irischen Microsoft-Server gespeichert sind. Ein schwäbischer Amtsrichter hat von Facebook vor einiger Zeit die Herausgabe von Messages verlangt, die auf einem amerikanischen Facebook-Server lagen. Die Beispiele zeigen, dass der lange Arm des Gesetzes vor den eigenen Landesgrenzen keineswegs halt macht.

Wer wertvolle Daten sicher speichern möchte, ist in der Cloud meist gut aufgehoben. Wer sich den Cloudanbieter sorgfältig auswählt, wird meist ein deutliches Plus an Sicherheit verzeichnen können. Der Cloudanbieter wird dann zum Auftragsdatenverarbeiter, dessen Einschaltung das Bundesdatenschutzgesetz eindeutig erlaubt.

Gegen NSA und BND hilft jedenfalls kein Rückzug aus der Cloud.

Bild: Niko Härting ist Mitglied des Informationsrechtsausschusses des Deutschen Anwaltvereins und Honorarprofessor an der HWR Berlin. Er spricht heute bei der Handelsblatt-Datenschutzkonferenz 2015. (Quelle: Härting Rechtsanwälte)

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