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Gebäudeversicherer haftet für Frostschäden im Ferienhaus

03.02.2016 – frost_pixelioEin Gebäudeversicherer muss auch für einen Frostschaden in einem Ferienhaus haften, wenn dies im Winter bei Minusgraden nicht bewohnt wird. Dies entschied der 5. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Oldenburg mit Urteil vom 23. Dezember 2015 (Az.: 5 U 190/14). Geklagt hatte der Eigentümer eines Ferienhauses in der Gemeinde Moormerland.

Dort herrschten Anfang Februar 2012 Minustemperaturen im zweistelligen Bereich. Nachdem die Heizungsanlage (Baujahr 2009) ausfiel, platzten mehrere Leitungen und Heizkörper. Die Folge war ein erheblicher Wasserschaden. Das Haus war zu diesem Zeitpunkt nicht bewohnt.

Der Kläger beanspruchte daraufhin vor dem Landgericht Aurich von seinem Gebäudeversicherer die Zahlung einer Entschädigung in Höhe von etwa 11.000 Euro. Die Forderung begründete er damit, dass ein von ihm beauftragtes Ehepaar das Ferienhaus regelmäßig kontrolliert und dabei auch die Funktionsfähigkeit der Heizung überprüft habe.

Der beklagte Gebäudeversicherer lehnte die Forderung ab und bekam zunächst vom Landgericht Recht. Es begründete die Entscheidung damit, dass das Ferienhaus nicht ausreichend beheizt gewesen sei. Zudem habe der Kläger seine Obliegenheiten aus dem Versicherungsvertrag grob fahrlässig verletzt, weswegen ihm nur 50 Prozent der Versicherungsleistung zustünden.

Die nächsthöhere Instanz – das Oberlandesgericht Oldenburg – änderte das Urteil des Landgerichtes ab und gab der Klage bis auf einen kleinen Teilbetrag statt. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass der Kläger keine vertraglichen Obligenheiten verletzt habe. Zudem sei das Ferienhaus ausreichend beheizt und gegen Frost gesichert gewesen, so die Richter. Das Urteil ist rechtskräftig. (vwh/td)

Bildquelle: Franziska Abeßer / pixelio.de

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