Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

GDV: Überwindung der Stagnation bei Riester geht nur mit frischem Geld

10.06.2015 – gdv_pk_brsDie Bundesregierung ist nach Ansicht der Versicherungswirtschaft jetzt gefordert, die Stagnation bei der Riester-Rente und der betrieblichen Altersversorgung durch eine ganze Reihe von Reformen zu überwinden. Ohne zusätzliche staatliche Zuschüsse werde es aber schwierig, die Stagnation zu überwinden, erklärte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bei der Präsentation seiner Vorschläge.

“Wir brauchen ein klares politisches Signal zu Weiterentwicklung der Riester-Rente”, sagte der Vorstandschef der R+V Lebensversicherung AG und Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses beim GDV, Frank Henning Florian, in Berlin. Nach Ansicht des GDV muss der Staat mehr Geld in die Hand nehmen, wenn die Zahl der Riester-Sparer die Marke von 16,2 Mio. deutlich übertreffen soll. So sollte die Grundzulage auf 200 (derzeit 154) Euro im Jahr erhöht und der Kinderzuschlag einheitlich bei 300 Euro angesetzt werden.

Zudem müsse die steuerliche Förderung auf vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze dynamisiert werden. GDV-Hauptgeschäftsführungsmitglied Peter Schwark schätzt die Mehrkosten für den Bund auf jährlich etwa 1,5 Mrd. Euro. Dies sei wenig, wenn man bedenke, dass das Bundesministerium der Finanzen (BMF) einmal die zu erwartenden Riester-Zuschüsse mit 13 Mrd. Euro im Jahr beziffert habe. Derzeit koste die Riester-Förderung nur rund drei Mrd. Euro im Jahr.

Nach Ansicht des GDV sollte Riester für alle unbeschränkt Steuerpflichtigen (einschließlich Soloselbstständige) möglich sein. Zudem sollte das Zulagenverfahren vereinfacht und Freibeträge bei Bezug von Grundsicherung im Alter eingeführt werden. “Wir sehen aber auch Aufgaben bei uns”, sagte Schwark. So sollten bei Neuverträgen keine Abschlusskosten und Provisionen auf Zulagen erhoben werden dürfen und bei Vertragswechsel lediglich eine Verwaltungskostenpauschale anfallen.

Die GDV-Vertreter erneuerten ihre Kritik an den vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) vorgestellten Vorschlägen zum “Neuen Sozialpartnermodell Betriebsrente” zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) auch plädiert der GDV für Freiwilligkeit in der bAV, die sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer gelten soll. Mit einem freiwilligen Opting-Out-Modell könnte man die Stagnation in der bAV überwinden. Auch hier sollten für Geringverdiener Freibeträge in der Grundsicherung eingeführt werden.

“Die Altersvorsorge für Geringverdiener muss sich lohnen”, sagte Florian. Ob der neuerliche Vorstoß des GDV bei CDU/CSU und SPD auch Gehör finden, ist völlig offen. Das BMAS will seine Gespräche ergebnisoffen fortsetzen. Und das BMF wartet bis das wissenschaftliche Gutachten über Verbesserungsmöglichkeiten in der Altersvorsorge vorliegt; das soll zum Jahresende kommen (siehe DOSSIER). (brs)

Link: Die Vorschläge des GDV im Überblick

Bild: Frank-Hennig Florian (links) und Peter Schwark (Quelle: brs)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten