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GDV: Prävention statt Pflichtversicherung

04.06.2014 – erdland_interview_klein_150„Es mangelt nicht an Angeboten, eher an der Nachfrage“, entgegnet GDV-Präsident Alexander Erdland zu den Vorwürfen, dass es in Risikogebieten keinen Versicherungsschutz gäbe. Bislang sei nur jedes dritte Haus gegen Überschwemmungen versichert.

Für nahezu alle Gebäude bieten die deutschen Versicherer Versicherungsschutz gegen Hochwasser an, so der GDV in einer Pressemitteilung anlässlich der Naturgefahrenkonferenz. Der Einführung einer Pflichtversicherung stehen die deutschen Versicherer weiterhin kritisch gegenüber. Erdland: „Es muss in erster Linie darum gehen, den Menschen Leid und Verlust zu ersparen. Versicherungsschutz verhindert keine Katastrophen.“ Die Erfahrung in Großbritannien habe beispielsweise gezeigt, dass durch eine Pflichtversicherung der Anreiz für Eigenvorsorge und Prävention verloren geht. Wenn jeder Schaden in jedem Fall ersetzt wird, bleibe staatlicher und individueller Hochwasserschutz auf der Strecke. Die Folge: Schäden nehmen zu, Versicherungsbeiträge steigen.

Wirkungsvoller als eine Pflichtversicherung sei es daher, die Folgen einer Katastrophe möglichst gering zu halten. Und für Schäden, die sich trotz Schutzmaßnahmen nicht vermeiden lassen, sollte die Versicherungsdichte auf freiwilliger Basis erhöht werden. „Der beste Schutz der Menschen sind Prävention und Versicherung zusammen“, so Erdland.

Das Europäische Parlament hatte sich im Februar gegen die Einführung einer europaweiten Pflichtversicherung von Naturkatastrophen ausgesprochen. Die Abgeordneten sehen Prävention als das wichtigste Mittel zum Schutz der Menschen und zur Vermeidung von Schäden durch Naturkatastrophen. Aus Sicht des EU-Parlaments sei es für alle Beteiligten wirtschaftlicher, die Folgen einer Katastrophe möglichst gering zu halten, als nur im Nachhinein die Schäden zu regulieren. In Deutschland beschäftigt sich Ende Juni die Justizministerkonferenz wieder mit der Frage einer Pflichtversicherung.

Die deutschen Versicherer fordern zudem mehr Information der Bevölkerung über Naturgefahren, wie Hochwasser und Starkregen. Erdland fordert Bund und Länder, Verbraucherschützer und Wasserwirtschaft auf, sich gemeinsam mit der Versicherungswirtschaft an einem bundesweiten Naturgefahrenportal und einer nationalen Informationskampagne für die Bevölkerung zu beteiligen. (vwh)

Foto: GDV-Präsident Alexander Erdland setzt auf Prävention in Sachen Hochwasserschutz. (Foto: vwh)

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