Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

GDV kritisiert Flexi-Rente

22.05.2014 – schwark-peterKünftig können Arbeitnehmer, die die Regelaltersgrenze überschritten haben, einfacher weiter beschäftigt werden. Darauf hat sich gestern die Große Koalition geeinigt. Die älteren Arbeitnehmer können demnach mit befristeten Verträgen weiter arbeiten. Betriebliche und private Vorsorge werden bei der Flexi-Rente allerdings ausgeblendet. Gerade diese Formen der Altersvorsorge erleichtern aber finanziell den Übergang in den Ruhestand, findet GDV-Altersvorsorgeexperte Peter Schwark.

Wie bewerten Sie die Entscheidung der Bundesregierung zur Einführung der Flexi-Rente?

Peter Schwark: Die Flexi-Rente ist ein Schritt in die richtige Richtung. Sie schafft flexiblere Übergänge in den Ruhestand, die auch angesichts der demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft sinnvoll sind. Allerdings berücksichtigt die Flexi-Rente zu wenig die betriebliche als auch die private Vorsorge.

[...]

Das Ziel, flexiblere Übergänge in den Ruhestand zu ermöglichen halten Sie ja grundsätzlich für richtig. Was wären aus Sicht des GDV Maßnahmen, die diese Flexibilisierung unterstützen könnten?

Peter Schwark: Mit der in Schritten erfolgenden Anhebung der Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung auf das 67. Lebensjahr wurde die Altersgrenze für steuerlich geförderte Produkte wie die Riester-Rente und die Basisrente auf das 62. Lebensjahr angehoben, wenn die Verträge ab dem Jahr 2012 neu abgeschlossen werden. Auch für Kapitallebensversicherungen gilt diese neue Untergrenze. Diese sollte wieder auf 60 Jahre abgesenkt werden. Ein weiteres Beispiel: Derzeit lässt es die Bafin nicht zu, dass eine Pensionskasse das wegfallende Erwerbseinkommen in voller Höhe ausgleicht, wenn ein Arbeitnehmer beruflich kürzer treten möchte. Solche Regeln schränken die Handlungsmöglichkeiten der Menschen unnötig ein.

Warum schlagen Sie diese Maßnahmen vor?

Peter Schwark: Ich sehe darin zwei klare Vorteile: Erstens, diese Maßnahmen wären für den Staat kostenneutral. Eine zusätzliche finanzielle Belastung für die öffentlichen Haushalte wäre nicht nötig. Zweitens: Sie verschaffen dem Einzelnen mehr Flexibilität, um einen gleitenden Übergang in den Ruhestand zu realisieren.

Bild: Peter Schwark, seit 2008 Mitglied der Hauptgeschäftsführung des GDV verantwortet die Themen Lebensversicherung und betriebliche Altersvorsorge. (Quelle: GDV)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten