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BMF: Riester bleibt wichtiger Baustein der Altersvorsorge

11.08.2014 – gdvIn der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge geht es kaum noch voran. Die Halbjahresdaten zur Entwicklung der Riester-Rente liegen zwar noch nicht vor, aber die anhaltende Niedrigzinsphase dürfte mit dazu beitragen, dass mit Ausnahme der Eigenheimrente (Wohn-Riester) das Riester-Sparen eher stagniert. Im ersten Quartal 2014 hatte sich bei Riester nur noch ein Nettowachs von knapp 30.000 auf 15,913 Millionen Verträge ergeben, wie Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) belegen. Die Diskussion entzündet sich aber immer wieder an den Kosten für die Riester-Produkte und an der Renditefrage.

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) erklärte mit Blick auf die jüngste Breitseite von Handelsblatt-Online auf die Riester-Rente, die staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte blieben ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Dabei verfolgt das BMF derzeit zwei Ziele: Zum einen soll die Wirkung der mit dem so genannten Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz erlassenen Transparenzvorgaben überprüft werden und zum anderen soll die Kostenentwicklung bei den Förderprodukten schärfer unter die Lupe genommen werden. Hierzu dient auch die vom BMF beim Institut für Transparenz (ITA) in Auftrag gegebene Studie „Kostenbegrenzung für zertifizierte Altersvorsorge- und Basisrentenverträge“. In dieser im Juli veröffentlichten Studie hätten sich peinliche Rechenfehler eingeschlichen, die durch Vorspiegelung falscher Renditeerwartungen den Verbrauchern um Tausende von Euro hätten bringen können. ITA-Geschäftsführer Mark Ortmann räumte zwar ein, dass man in zwei Tabellen von der Systematik mit anderen tabellarischen Darstellungen abgewichen sei. „Dies hat aber keinerlei Auswirkungen auf die Forschungsergebnisse und Schlussfolgerungen“, erklärte Ortmann, der den Bericht im Detail auseinanderpflückt und vom Handelsblatt eine Gegendarstellung erwartet. „Ich kann beim besten Willen keinen vernünftigen Grund finden, warum das renommierte Handelsblatt sich in dem Beitrag nicht den wichtigen Kernpunkten des Forschungsgutachtens widmet, sondern daraus ein Riester-Bashing macht“, erklärte Ortmann. Ein Sprecher des BMF erklärte, dass Ministerium berücksichtige die unverändert gebliebenen Schlussfolgerungen. Man mache sich aber Inhalt und Schlussfolgerungen nicht zu Eigen. „Das Bundesfinanzministerium wird die Kostenentwicklung und die Wirkung des Altersvorsorge-Verbesserungsgesetzes weiter beobachten.“

Mehr Transparenz und die Verhinderung von Kosten-Exzessen bei geförderten Altersvorsorgeprodukten sind sicherlich notwendig. Die Anbieter von Altersvorsorgeprodukten – ob nun Versicherer oder Investmentfonds – warten allerdings auf weitergehende Signale: Zum einen sollte der Kreis derjenigen, die riestern dürfen, um Selbstständige erweitert werden und zum anderen sollten die Förderhöchstgrenzen sowie die Zulagen dynamisiert werden. Und für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wäre es grundsätzlich wünschenswert, wenn mediale Renditeberechnungen auch für Klarheit sorgen würden. „Dabei ist für den Verbraucher die Rendite auf ihren Sparbeitrag entscheidend“, erklärte der GDV in Reaktion auf den Handelsblatt-Bericht. Für den Verbraucher zähle nur eines: „Wieviel Rente bekomme ich aus meinen eingezahlten Beiträgen?“ Bei einer klassischen Riester-Rentenversicherung ergebe sich über 30 Jahre bei monatlichen Einzahlungen von 100 Euro eine Rendite von 3,6 Prozent, wie das ITA vorgerechnet habe. Ändere man den Blickwinkel auf die Sicht des Staates (Rendite auf Eigenbeiträge und staatliche Zulagen) dann sinke die Rendite auf 2,89 Prozent. Die Blickweisen sollte man nach Ansicht des GDV sauber auseinander halten. (brs)

Links: GDV: Rendite auf Sparbeitrag ist für Verbraucher entscheidend, HB: Schäuble fällt auf falsche Riester-Bilanz herein, ITA: Kostenbegrenzung für zertifizierte Altersvorsorge- und Basisrentenverträge

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