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GDV fordert Weiterentwicklung der Riester-Rente

06.08.2015 – 731834_web_R_by_Dr. Klaus-Uwe Gerhardt_pixelio.deDie Riester-Rente ist umstritten. Zu kompliziert, zu teuer und in der Breite der Bevölkerung nicht ausreichend durchgesetzt, lauten die Kritikpunkte. Ob der Staat der bessere Anbieter von kapitalgedeckter Altersvorsorge ist und ob sich ausländische Modelle kopieren lassen, wird im aktuellen “Trendbrief Altersvorsorge” des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) untersucht.

Zum Jahresende 2014 ist die Zahl der Riester-Verträge auf rund 10,85 Millionen gestiegen. Nach Angaben des GDV haben Sparer allein im Jahr 2014 rund 463.700 neue Verträge abgeschlossen. Trotzdem ist die staatlich geförderte Riester-Rente nicht unumstritten. Als Alternative zu einer Weiterentwicklung werden staatliche Vorsorgekonten oder Vorsorgefonds diskutiert, wie es sie zum Beispiel in Norwegen und Schweden der Fall ist. Laut GDV weisen die Pensionsfonds in diesen Ländern allerdings nur auf den ersten Blick Vorteile auf, zumal sie auf nationalen Besonderheiten basieren, die sich nicht auf Deutschland übertragen lassen.

Der norwegische Staatsfonds verdanke seine Bedeutung dem Nordseeöl. Der Fonds würde gespeist aus den Überschüssen der norwegischen Ölindustrie. Deutschland hingegen verfüge nicht annähernd über vergleichbare Rohstoffe und Einnahmequellen.

Auch in Schweden gebe es nationale Besonderheiten. Seit 1998 existiert dort ein Mischsystem der staatlichen Alterssicherung, bestehend aus einer umlagefinanzierten, einkommensbezogenen Altersrente und einer kapitalgedeckten Prämienrente. Diese kapitalgedeckte Prämienrente sei obligatorisch, die Beitragshöhe festgelegt. Das Kapitalmarktrisiko trage in voller Höhe der Versicherte. Negative Entwicklungen an den Kapitalmärkten würden voll auf die Höhe der Renten durchschlagen, garantierte Mindestleistungen seien nicht existent.

Die kapitalgedeckte Vorsorge in staatlicher Hand ist laut GDV erheblichen Risiken ausgesetzt. Vor allem Krisenzeiten können die Mittel leicht zweckentfremdet werden, wie dies in Irland und Spanien geschehen ist. In beiden Ländern wurden staatliche Reservefonds der Sozialversicherung dazu missbraucht, um die Folgen der Finanzmarktkrise zu bewältigen. (vwh/mst)

Bildquelle: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt/ pixelio.de

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