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GDV fordert Erhalt nationaler Vertriebs- und Vergütungssysteme

30.04.2014 – gdv-7676Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sieht im Rahmen der Harmonisierungsbemühungen der Europäischen Union die nationalen Besonderheiten der Vertriebs- und Vergütungssysteme in Gefahr. Irreguläre Verkaufspraktiken in einigen EU-Mitgliedstaaten haben die Politik veranlasst, die europäische Vertriebsregulierung auf den Prüfstand zu stellen.

Strengere vorvertragliche Informationspflichten und weitreichende Transparenzregelungen sollen Verbraucher künftig besser vor Falschberatung und Fehlentscheidungen schützen, schreibt der Verband auf seiner Website.

Die deutsche Versicherungsbranche hat die Zeichen der Zeit erkannt und mit einem strengen Vertriebskodex und einer gezielten Weiterbildungsinitiative Maßnahmen ergriffen, um die Qualität der Beratung zu steigern und Fehlentwicklungen vorzubeugen. Damit reagiert die Branche auf eine Reihe von Forderungen aus der Politik und geht weiter, als es europäische und nationale gesetzliche Vorgaben bislang vorsehen. Gleichzeitig appelliert der Verband an die Gesetzgeber, dass provisionsbasierter Vertrieb und Honorarberatung in Europa auch weiterhin nebeneinander existieren können. Eine einseitige Stigmatisierung eines bestimmten Vertriebsmodells würde weder den unterschiedlich gelagerten Verbraucherinteressen noch den nationalen Versicherungsmärkten gerecht.

Radikale Einschnitte in gewachsene Vertriebsstrukturen würden nicht nur die Existenzgrundlage zahlreicher Vermittler bedrohen, sondern verkennen, dass auch die Honorarberatung nicht ausschließlich Vorteile hat. Beispielhaft seien hier nur die kostenpflichtigen Leistungen nach Vertragsschluss genannt, wie z.B. Hilfestellungen im Schadenfall und die fehlende Abschlussbereitschaft der Kunden, die bei einseitiger Ausrichtung auf Honorarmodelle zu einer sozialpolitisch nicht gewollten Unterversorgung der Bevölkerung mit Versicherungsschutz führen würde, fürchtet der GDV.

Hinsichtlich der überarbeiteten Versicherungsvermittlungs-Richtlinie (IMD 2) fordert der Verband eine Offenlegung der in die Prämie einkalkulierten Abschluss- und Vertriebskosten, da diese Darstellung die Kostenbelastung von Versicherungsprodukten besser darstellt, als eine reine Angabe zur Vergütung. Für nicht sinnvoll wird zudem die pauschale Übertragung der Bankenregelungen auf den Vertrieb von Versicherungen betrachtet, weil langfristig abgeschlossene Versicherungsverträge – anders als Bankprodukte – der langfristigen Absicherung des biometrischen Risikos eines Versicherungsnehmers dienen und weniger einer kurzfristigen Geldanlage.

Sehr heikel ist der Vorschlag des Europäischen Parlaments, einen Warnhinweis für komplexe Produkte einzuführen, wobei die Kriterienliste so allgemein gehalten ist, dass darunter selbst Altersvorsorgeprodukte mit hohen Garantien fallen würden. Das erklärte europäische Ziel, zusätzliche Altersvorsorge zu fördern, würde durch diesen unberechtigten Warnhinweis konterkariert, so der GDV in seiner umfangreichen Positionierung im Vorfeld der Wahlen zum Europaparlament. (vwh)

-Versicherungsvermittler- und -berater 2008-2012

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