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Garantien kosten Sparer einen sechsstelligen Eurobetrag

15.12.2015 – Garantie_Rainer Sturm_pixelioGarantien in der Altersvorsorge können Sparer teuer zu stehen kommen. So können Vorsorgesparern durch die Garantien in den Altersvorsorgeprodukten und die niedrigen Zinsen gar ein sechsstelliger Eurobetrag entgehen, lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie der Frankfurt School of Finance & Management unter dem Titel “Garantiekosten in der Altersvorsorge – Entwicklung eines Garantiekostenindexes”.

Den Grund dafür sehen die Experten vor allem in den hohen Kosten für die Garantien und der Struktur der Verträge. So müssen die Anbieter diese über Investments in Sicherheitsanlagen wie Staatsanleihen abdecken, erklären die Experten. Da diese allerdings nur wenig Ertag einbringen, sei der Anteil des Sparers, welcher für die Sicherung der Einlagen eingesetzt werden müsse, sehr hoch. Gleichzeitig sei der Anteil für den Kapitalzuwachs sehr niedrig, teilen die Autoren der Studie mit.

Ein Beispiel: Eine 25-jährige Anlegerin hat bis zu ihrem renteneintritt mit 67 Jahren monatlich 50 Euro in einen Sparplan mit einer 100-Prozent-Garantie einbezahlt. Dadurch würden der Sparerin Kosten von rund 140.000 Euro enstehen. Dies würde dem Fünffachen der eingezahlten Beiträge entsprechen, lautet das Ergebnis der Berechnung. Für die Studie haben die Experten nach eigenen Angaben zwei Sparpläne miteinander verglichen: einen Sparplan mit einer Garantie von 100 Prozent und einen Sparplan ohne Garantie. Die Garantiekosten sind dabei die Differenz des mittleren Endvermögens der beiden Sparpläne.

Allerdings sei dies nach Ansicht der Experten kein typisch deutsches Phänomen, wie der Vergleich mit anderen Ländern wie Australien oder den USA zeige. So zeichne sich weltweit ein Trend ab, weg von Systemen zu gehen, bei denen die Auszahlungssicherheit im Vordergrund steht, hin zu Systemen, die über die Beitragshöhe gesteuert werden.

“Ohne Transparenz der Garantiekosten liegt die Vermutung nahe, dass Anleger in ihrer Altersvorsorge keine optimale Entscheidung treffen können. Während dem Anleger die Leistung der Garantie bewusst ist und seine Zustimmung finden dürfte, sind ihm die Kosten und insbesondere der starke Anstieg in den letzten Jahren, kaum bewusst”, kommentiert Olaf Stotz von der Frankfurt School of Finance & Management das Studienergebnis. “Würde er sie kennen, dann könnte er den Preis für die Garantie mit der Leistung vergleichen, er könnte dann mit Kenntnis des tatsächlichen Preis-Leistungs-Verhältnisses eine bessere Entscheidung für die Altersvorsorge treffen”, führt Stotz aus. (vwh/td)

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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