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05.12.2016
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Future Insurance: Digital oder gar nicht

21.09.2016 – Per aspera ad astra – durch das Raue zu den Sternen. So läßt sich die Befindlichkeit der Versicherungswirtschaft im Rahmen der digitalen Disruption, die nach einhelliger Meinung auf der diesjährigen Inscom vielmehr eine Transformation darstellt, zusammenfassen. Nach zwei Tagen auf der mit mehr als 200 Experten aus dem In- und Ausland hochkarätig besetzten Veranstaltung, steht fest: Die Botschaft ist angekommen, doch es gibt Klärungsbedarf z.B. über die richtige Strategie.

Diese dient der, und das war und ist schon immer der Fall, der Erhöhung der Kundenzufriedenheit, der Stärkung des Geschäftsmodells und der Sicherung des weiteren Wachtums. Doch eine analoge Strategie hilft wenig in diesen Zeiten, weshalb in der Phase des Übergangs sogar drei Strategien notwendig seien, wie bei der abschließenden Podiumsdiskussion “Insurance 2020 – Digitale Transformation oder Digitale Disruption” deutlich wurde. Eine für das “old school”-Geschäft, eine hybride für die Kombination aus “old und new school”, sowie eine ausschließlich für die “new school”.

Doch angesichts einer wahren Datenflut und vieler Beteiligten mit vielen Optionen besteht die Gefahr, dass überhaupt gar keine Entscheidung getroffen wird, denn ein “Breitbandantibiotikum” gebe es nicht, wie Mario Krause, Talanxvorstand, in seinem Beitrag ausführte. Deshalb habe sein Haus kleine, agile Einheiten zur Identifikation neuer methodischer Ansätze gebildet. Fokus ist hier das entscheidende Schlagwort.

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Eine echte Management-Herausforderung, die in der Frage gipfelt: Wann stecke ich welche Ressourcen in welches Projekt?

Die Versicherungskammer Bayern hat sich da schon entschieden, auch wenn anfangs die Möglichkeit des Scheiterns mit einkalkuliert werden musste, wie Thomas Rodewis, bei der VKB verantwortlich für den Bereich Digitalisierung, bekannte. Heute ist man stolzer Preisträger des von der Süddeutschen Zeitung und Google ausgelobten Preises “Digitaler Leuchtturm in der Versicherungswirtschaft”, errungen für den Einsatz kognitiver Software und künstlicher Intelligenz.

“Watson” heißt das gemeinsam mit IBM entwickelt System. Watson erkennt Beschwerdeschreiben und generiert eine individuelle Antwort. Daimt ist auch schon ein neuer Trend beschrieben: Die Digitalisierung schafft neue Kooperationen und zum Teil überraschende Allianzen. Um aber auch für die smarte Generation der “born digitals” auch als Arbeitgeber weiter attraktiv zu bleiben überlegen manche Versicherungsunternehmen daher auch die Etablierung neuer Marken.

“Software is eating the world” hatte der Internetunternehmer Marc Andreessen vor einiger Zeit formuliert. Aber Software verschlingt auch andere Software, Beispiel Cybercrime. “Wissen wir überhaupt wie sicher wir sind?”, fragte in dem Zusammenhang Ralf Schneider, Group CIO der Allianz SE und lenkte den Blick auf die zahlreichen Risiken und Einfallstore für Maleware. Überdies überraschte Schneider mit dem Bekenntnis, dass sich auch die Allianz selbst gegen Cybercrime versichert hat. Wo blieb offen. Die Anti-Cybercrime-Strategie seines Hauses fasst Schneider in folgende sieben Punkten zusammen:

  1. Investitionen in die Prävention
  2. Nutzung von Big Data zur Errichtung von Detections-Systemen
  3. Kennenlernen und Ausforschung des “Gegners”
  4. Bei Datenleck Hilfe von außen holen
  5. Fallen aufbauen als “active defense”
  6. Schaffung von “shared solutions” mit Partnern oder Nutzungsverbänden
  7. Abschluss einer Cyber-Protect-Versicherung

Wie weit die digitale Durchdringung in der Versicherungswirtschaft bis heute gediehen ist und ob den hehren Worten auch konkrete Taten folgen verrät der Gastgeber und Vorstandsvorsitzende des IT-Beratungshauses msg, Hans Zehetmaier, im Interview mit VWheuteTV. (vwh/ak)

Bild: Podiumsdiskussion auf der diesjährigen Inscom in München. (Quelle: Alexander Kaspar)

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