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Frauenduell in Rheinland-Pfalz

10.03.2016 – Mainzer_Dom_rzoeller_pixelio.de.jpg - Windows-FotoanzeigeWenn am Sonntag in Rheinland-Pfalz ein neuer Landtag gewählt wird, läuft erstmals in der deutschen Geschichte alles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zweier Frauen hinaus. Während Amtsinhaberin Malu Dreyer (SPD) ihren Stuhl in der Mainzer Staatskanzlei behalten will, hat es CDU-Herausforderin Julia Klöckner auf eben jenen abgesehen. Entscheidend für den Wahlausgang wird jedoch das Abschneiden der potenziellen Koalitionspartner sein.

Beherrschendes Wahlkampfthema im Land der Reben und Rüben ist auch hier die Flüchtlingssituation. Demnach sieht die SPD die Zuwanderung vor allem als Chance, plädiert aber auf eine europäische Lösung. CDU-Kandidatin Klöckner hingegen sorgte in den letzten Tagen vielmehr mit ihrem Plan “A2″ für mediale Aufmerksamkeit. Die zentrale Forderung: die Aufnahme von Flüchtlingen über Grenzzentren oder Hotspots und Registrierungszentren (außerhalb Deutschlands) zu regeln. Weitere bestimmende Themen sind die Bildungspolitik, der Länderfinanzausgleich, Infrastrukturinvestitionen, sowie die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik.

Laut aktuellem ARD Deutschlandtrend liegt die CDU derzeit mit 36 Prozent knapp vor der SPD (34 Prozent). Die Grünen – aktueller Koalitionspartner der SPD – liegt derzeit bei sieben Prozent, die FDP bei fünf Prozent. Da keine Partei mit der AfD (aktuell neun Prozent) koalieren will und die Linke den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde wohl nicht schaffen wird, droht gar eine politische Patt-Situation.

Kann also die SPD ihre seit 1991 andauernde Regentschaft im südwestdeutschen Flächenland fortsetzen? Oder kann die ehemalige Deutsche Wein- und Naheweinkönigin Klöckner das langjährige Hoheitsgebiet für die Union zurückgewinnen? Es läuft also auf einen spannenden Wahlabend in Mainz hinaus, den auch die hiesigen Versicherer mit besonderem Interesse verfolgen werden.

Rheinland-Pfalz steht im Bundesländer-Ranking an siebter Stelle bezogen auf das Beitragsaufkommen der im Land ansässigen Versicherer. Dabei haben nur fünf der bundesweit 385 Versicherer ihren Sitz in Rheinland-Pfalz – allen voran die Debeka. Diese fünf Versicherer vereinnahmen zusammen Beiträge von rund 9,6 Mrd. Euro und damit etwa vier Prozent des bundesweiten Beitragsaufkommens. In der Versicherungswirtschaft insgesamt, also einschließlich selbständiger Vermittler, waren in Rheinland-Pfalz im Jahr 2014 ca. 17.100 Personen beschäftigt. Das sind rund drei Prozent der bundesweit im Versicherungssektor Beschäftigten.

Gemäß dem Generali-Risikoatlas werden in Rheinland-Pfalz, nach dem Saarland und Nordrhein-Westfalen, besonders oft Leitungswasserschäden in Häusern und Wohnungen gemeldet. Rund 15,7 Prozent der Versicherten in Rheinland-Pfalz haben innerhalb von zehn Jahren einen Wasserschaden. Bei den Gesamtschäden an Haus und Wohnung rangiert Rheinland-Pfalz bundesweit im Mittelfeld. Etwas mehr als jeder vierte Haushalt hat innerhalb von zehn Jahren einen Versicherungsfall zu melden. Zu den am wenigsten betroffenen Ländern gehört Rheinland-Pfalz im Bereich Fahrraddiebstahl. Nur in Bayern werden noch weniger Fahrräder gestohlen.

Die strukturellen Daten in Rheinland-Pfalz hinsichtlich der sozio-ökonomischen Lage sind positiv. Die Arbeitslosenquote in Rheinland-Pfalz ist mit 5,5 Prozent die drittniedrigste im Bundesvergleich: Nur Baden-Württemberg (vier Prozent) und Bayern (4,1 Prozent) weisen im Februar 2016 noch niedrigere Arbeitslosenzahlen auf. Bei der Schuldnerquote liegt Rheinland-Pfalz bundesweit auf Platz fünf: Knapp zehn Prozent beträgt laut Creditreform SchuldnerAtlas 2015 der Anteil von überschuldeten Personen an der Gesamtbevölkerung.

Nur Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen weisen noch geringere Schuldnerquoten auf. Auch der Axa Themenfokus “Finanzielle Flexibilität im Ruhestand” bestätigt eine hohe finanzielle Leistungsfähigkeit in Rheinland-Pfalz: So erwarten 32 Prozent der Erwerbstätigen, dass sich ihre Finanzausstattung im Ruhestand durch eine Erbschaft erhöht. Genauso hoch ist dieser Wert nur noch in Baden-Württemberg. Diese insgesamt positiven strukturellen Daten spiegeln sich im Krankenstand der Bevölkerung jedoch nur bedingt wider. Die DAK-Versicherten von Rheinland-Pfalz weisen im Jahr 2014 einen Krankenstand von 4,1 Prozent auf und liegen damit etwas schlechter als der Bundesdurchschnitt mit 3,9 Prozent. (mh)

Foto: Blick auf den Mainzer Dom (Quelle: rzoeller/pixelio.de)

Links: SWR-Spezial zur Landtagswahl 2016 in Rheinland-Pfalz, Landestypische Besonderheiten des Versicherungsstandorts Sachsen-Anhalt (Tageseport vom 09.03.2016)

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