Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Flexi-Rente: Positionen noch weit auseinander

05.12.2014 – Berlin_Bundestag_brsDie in der Arbeitsgruppe von Sozialexperten der Koalitionsfraktionen und Ministerien diskutierte Positionen zur so genannten Flexi-Rente liegen zu Teil noch weit auseinander. Dies wurde aus Äußerungen von Koalitionspolitikern anlässlich einer gestern auf Initiative der Linksfraktion im Bundestag geführten Rentendebatte deutlich. Während sich die SPD unter bestimmte Bedingungen für eine Teilerente ab dem 60. Lebensjahr offen zeigte, signalisierte die Union hierzu ein klares Nein.

Der sozialpolitische Sprecher der Unionsfraktion Karl Schiewerling (CDU) ging auf Details der in der Arbeitsgruppe Flexi-Rente diskutierten Themen nicht ein. „Die Gespräche laufen gut, sie laufen konstruktiv, sie laufen gründlich.“ Von daher werden Eckpunkte zu diesem Reformvorhaben auch erst nach der übernächsten Sitzung Ende Januar öffentlich präsentiert. Der CDU-Sozialexperte Peter Weiß wies Vorhaltungen von Bündnis 90/Die Grünen zurück, die Arbeitsgruppe diene der „Schmerztherapie des Wirtschaftsflügels der Union“. Der Auftrag zu Verhandlungen über eine Flexibilisierung des Übergangs in den Altersruhestand war auf Druck des Wirtschaftsflügels der Union noch in das jüngste Rentenreformpaket aufgenommen worden. Ziel sei, den Menschen eine individuelle Lebensgestaltung zu ermöglichen, sagte Weiß. „Wir wollen, dass die Menschen mehr Freiheit haben.“ Der CSU-Politiker Matthäus Strebl stellte klar, dass es keine neuen Anreize für eine Frühverrentung geben werde. „Eine Teilrente ab 60 ist ein völlig verfehltes Signal.“

Für den SPD-Abgeordneten Martin Rosemann liegt auf der Hand, dass die Menschen wenn sie im Durchschnitt länger leben auch im Durchschnitt länger arbeiten sollten. Deshalb müsse man sehen, wie man das tatsächliche Renteneintrittsalter anheben könne. „Eine Rückkehr in die Frühverrentung geht nicht“, sagte er mit Blick auf Forderungen der Linksfraktion, die Rente mit 67 Jahren wieder abzuschaffen und einen Renteneintritt nach 40 Arbeitsjahren zu ermöglichen.

Es müssten jetzt flexible Ausstiegmöglichkeiten aus dem Berufsleben ermöglicht werden, die insgesamt zu einem höheren Arbeitsvolumen älterer Beschäftigter führen würden, sagte Rosemann. Die SPD sei offen, um den Bezug einer Teilrente bereits vor dem 63. Lebensjahr zu ermöglichen, wenn die Mehrkosten abgefangen würden. Die SPD denkt hier an ein Arbeitssicherungsgeld, das die Bundesagentur für Arbeit bereitstellt, um einen geringeren Lohnbezug auszugleichen. Einig ist sich die Koalition darin, dass sowohl der Bezug einer Teilrente flexibler ausgestaltet werden soll und die Hinzuverdienstmöglichkeiten ausgeweitet werden. Die SPD-Abgeordnete Dagmar Schmidt möchte, dass sich die Arbeitsgruppe auch darauf verständigt, dass es bereits für 50-jährige ein Recht auf Weiterbildung und Qualifizierung gibt. Auch hier könnte die Bundesagentur für Arbeit einbezogen werden, indem sie dem Arbeitnehmer individuell Chancen für die weitere berufliche Entwicklung aufzeigt. (brs)

Bildquelle: brs

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten