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Finanzkrise: Bund sparte Zinsen in Milliardenhöhe

24.04.2015 – Schaeuble_BmF_Ilja_C_HendelDer Bund hat während der Finanzkrise zwischen 2008 und 2014 fast 100 Mrd. Euro an Zinskosten gespart. Dies gehe aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf Anfrage der Grünen hervor. “Anders als von der Krise gebeutelte europäische Staaten hat die Bundesrepublik massiv von der Finanz- und Euro-Krise profitiert. Die Bundesrepublik ist milliardenschwerer Krisengewinner”, sagte Sven-Christian Kindler, Haushaltsexperte der Grünen.

Laut einem Bericht der Zeitung Die Welt hatte der Bund allein im Jahr 2014 gegenüber seinen ursprünglichen Planungen mehr als 22 Mrd. Euro gespart. Zudem habe der Bund allein für 2010 mit Zinsausgaben in Höhe von 48,1 Mrd. Euro gerechnet. Am Jahresende waren es schließlich nur 25,9 Mrd. Euro. Auch für dieses Jahr gehen die Experten davon aus, dass der Bund etwa 2,1 Mrd. Euro weniger an Zinsen ausgeben muss als ursprünglich geplant.

“Die Einsparungen machen deutlich: Die gute Situation im Bundeshaushalt ist vor allem das Ergebnis glücklicher Umstände und nicht etwa von guter Arbeit”, sagte der Grünen-Politiker Kindler weiter. So sei die “Europäische Zentralbank (EZB) und nicht die Bundesregierung ist hauptverantwortlich für die Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung.”

Während der Bund von der Niedrigzinsphase in den letzten Jahren profitiert hat, geben die Ratingagenturen für die Lebensversicherungsbranche jedoch düstere Prognosen ab. So hat Moody’s “Deutschlands Lebensversicherungsbranche als die riskanteste der Welt eingestuft”, berichtet die Welt weiter. Demnach seien vor allem kleinere Lebensversicherer durch die niedrigen Zinsen und schärferen Regeln der Regulierer existenziell bedroht. (vwh/td)

Bild: Wolfgang Schäubles Ministerium hat laut Bericht durch die Finanzkrise rund 94 Mrd. Euro gespart. (Quelle: BmF / Ilja C. Hendel)

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