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Filmausfallversicherung trotz Kokainabusus

10.01.2014 – versr cover 2 2014Der Tod einer Schauspielerin durch eine Überdosis Kokain kann trotz jahrelanger Abhängigkeit als Unfall betrachtet werden. Absichtliche Falschangaben der Versicherungsnehmerin beim Abschluss einer Filmausfallversicherung führt nicht automatisch zum Versicherungsverlust. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden und den Fall an die Vorinstanz zurückverwiesen.

Im vorliegenden Fall war eine deutsche Nachwuchsschauspielerin während der Dreharbeiten an ihrer Drogensucht verstorben.  Am 4. Juli 2011 im Alter von 26 Jahren fand man Maria Kwiatkowsky tot in ihrer Berliner Wohnung. Die Dreharbeiten im Auftrage mehrerer öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten mussten abgebrochen, das Drehbuch neu geschrieben und das gesamte Projekt neu begonnen werden. Dafür machte die Produktionsgesellschaft Degeto Film Ansprüche aus einer zuvor abgeschlossenen Filmausfallversicherung geltend. Ursprünglich 1,8 Mio. Euro wollte die Degeto erstreiten, schließlich verlangte die ARD-Tochter noch knapp 700.000 Euro für die Überarbeitung des Drehbuchs. In den Vorinstanzen bekam die Versicherung recht, der BGH sah aber den Tatbestand eines “Unfalls” gegeben, da sich Kwiatkowski sicher nicht habe selbst töten wollen und gab den Vorgang an das Berufungsgericht zurück. In den Gründen heißt es: “Die willentliche Injektion von Kokain ist ein plötzliches von außen auf den Körper wirkendes Ereignis [...] und, dass die Gesundheitsbeschädigung nicht freiwillig erfolgte, daher kommt eine Deckung wegen Unfalls in Betracht”.

Bestätigt hat der BGH hingegen die Rechtsauffassung des Versicherers, dass Schauspielerin und Produktionsgesellschaft als Einheit zu betrachten sind und die falschen Angaben der Schauspielerin in der Gesundheitsselbsterklärung in diesem Fall der Degeto zuzurechnen sind. Damit geht der Fall in die nächste Runde, VW-heute berichtet weiter.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 16. Oktober 2013 – IV ZR 390/12.

Dieser Fall ist dem aktuellen Fachmagazin für das Versicherungsrecht der VerR 2/2014 entnommen.

Link: Versicherung trotz Drogenabhängigkeit

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