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Fidelity: Beim Garantiezins kann weniger auch mehr sein

06.06.2014 – klaus-moessleNach langen Beratungen hat nun die Bundesregierung die Absenkung der Garantieverzinsung von Lebensversicherungen von 1,75 auf 1,25 Prozent auf den Weg gebracht. Was bei der Debatte unter den Tisch fällt: Die Kosten von Garantien. Diesem Thema widmet sich der aktuelle Marktkommentar des Beratungshauses Fidelity:

,,Wenn 10-jährige Bundesanleihen eine Rendite von jährlich weniger als 1,5 Prozent einbringen, ist die Absenkung des maximal zulässigen Garantiezinses auf 1,25 Prozent nachvollziehbar. Ob dies den Lebensversicherern wesentliche Entlastung bringt, bleibt abzuwarten, zumal nur Neuverträge betroffen sind.

Die Maßnahme wirft allerdings ein Schlaglicht darauf, was Garantien den Verbraucher bei der Vermögensanlage und ganz speziell in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) kosten.

Garantien gibt es nicht umsonst – sie kosten Geld und zwar in Form einer verminderten Rendite: Bei Direktversicherungen und Pensionskassen etwa schrumpft aufgrund der garantierten Mindestverzinsung, die noch dazu für jedes Jahr der Anlage gilt, die Fähigkeit der Teilhabe am Wachstumspotenzial des weltweiten Produktivkapitals. Geringe Aktienquoten zwischen fünf und zehn Prozent sind in diesen versicherungsförmigen bAV-Varianten die Regel.

Dem stehen Aktienquoten von 50 bis 90 Prozent bei betrieblichen Pensionsplänen gegenüber, wo der Arbeitgeber lediglich verpflichtet ist, eine Null-Prozent-Garantie zu geben. Das heißt, wo er den Kapitalerhalt aller eingezahlten Beträge bei Renteneintritt verbindlich zusagt – plus sämtliche Kapitalerträge, deren Höhe aber eben nicht garantiert ist, sondern die schwanken kann. Fakt ist aber, dass sich die Renditechancen dieser Anwartschaften gegenüber den garantiezinsgebundenen (selbst bei nur 1,25 Prozent) spürbar erhöhen.

Denn bei den für die betriebliche Altersvorsorge typischen Anlagezeiträumen von 15, 20 und mehr Jahren sind über die Teilhabe am Wachstum des weltweiten Produktivkapitals mittels Aktieninvestments weiterhin attraktive Renditen im Bereich von jährlich vier bis acht Prozent zu erwarten. Und den höchsten Aktienanteil über einen Großteil der Anlagedauer können solche Pensionspläne bieten, die ‘nur’ null Prozent zum Auszahltermin garantieren – und nicht z.B. 1,75 Prozent oder 1,25 Prozent jedes Jahr. So enthalten zum Beispiel sogenannte Lebenszyklusfonds, die von einer wachsenden Zahl von DAX-Unternehmen in deren bAV eingesetzt werden, und die über die Laufzeit langsam von risikoreicheren, renditestärkeren Anlagen in schwankungsärmere und zuletzt Geldmarktanlagen umschichten, fünf Jahre vor dem Renteneintritt nicht selten immer noch 50 Prozent Aktien.

Vor dem Hintergrund, dass uns das Niedrigzinsumfeld noch auf längere Sicht begleiten dürfte, ist es jetzt noch viel wichtiger als in der Vergangenheit, bei der Anlage von Vorsorgegeldern Garantiekosten zu vermeiden oder zu minimieren. Für die bAV heißt das: Man sollte es beim gesetzlichen Erfordernis einer Null-Prozent-Mindestverzinsung belassen. Darüber hinausgehende Renditezusagen sind gut gemeint, aber schlecht gemacht.” (vwh)

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