Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Feri: So hart wird Trumps Regentschaft wirtschaftlich

09.12.2016 – usa_flagge_w.r.wagner_pixelio.deDie USA werden unter dem kommenden Präsidenten Donald Trump einen anderen wirtschaftspolitischen Kurs einschlagen. Das Investmenthaus Feri hat ein Szenario entwickelt, das einen Eindruck vermitteln soll, welche Folgen die Trumpsche Wirtschaftspolitik haben könnte. Die Aussichten für 2017 sind glänzend, dann wird es sehr schwierig.

Die Modellberechnung von Feri ergibt zwei widerstreitende Befunde, die wahrscheinlich in einer gewissen zeitlichen Abfolge eintreten würden: Im Jahr 2017 erfährt die US-Wirtschaft vor allem aufgrund der deutlichen Zunahme der Investitionen einen spürbaren Expansionsschub. Die Bauinvestitionen steigen um mehr als acht Prozent. Dies und die sinkenden Unternehmenssteuern haben einen starken Anstieg auch der Ausrüstungsinvestitionen zur Folge. Das niedrige Niveau der Arbeitslosigkeit (die Quote wird auf 4,7 Prozent sinken) führt bei einer deutlich steigenden gesamtwirtschaftlichen Nachfrage zu signifikanten Lohnsteigerungen, die sich wiederum in spürbar höheren privaten Konsumausgaben niederschlagen werden, etwa plus 3,5 Prozent. Im Ergebnis wächst die US-Wirtschaft im Jahr 2017 um 3,4 Prozent und damit um gut einen Prozentpunkt stärker als bislang angenommen.

Da der fiskalische Impuls auf eine bereits seit sieben Jahren im Aufschwung befindliche und nahe der Kapazitätsgrenze agierende Wirtschaft trifft, führt er allerdings auch zu steigenden Inflationsraten, wie Feri meint. Ende des Jahres 2017 liegt die Inflation bei mehr als drei Prozent. Die US-Notenbank sieht sich zu deutlich schnelleren und stärkeren Zinsanhebungen gezwungen, obwohl sie grundsätzlich ihrer moderaten Linie treu bleibt. Das höhere Wachstum, steigende Inflationserwartungen und ein weiterer Anstieg der Langfristzinsen stärken außerdem den Dollar: Der reale handelsgewichtete Wechselkurs steigt um 14,5 Prozent und damit ähnlich stark wie im Jahr 2015.

Doch steigende Inflation, steigende Zinsen und ein starker Dollar werden Tribut fordern: Bereits im Laufe des Jahres 2018 dürfte die Wirtschaft spürbar an Dynamik verlieren, und für das Jahr 2019 ist mit einem konjunkturellen Abschwung zu rechnen: Schlechtere Exportaussichten und der abflauende private Verbrauch führen schließlich zu einer Verringerung der Investitionsneigung, die per Saldo stärker ist als die noch fortdauernden positiven Effekte höherer Infrastrukturinvestitionen. Nach einem Zuwachs des BIP um immer noch 2,5 Prozent im Jahr 2018 tritt die US-Wirtschaft im Jahr 2019 auf der Stelle.

Insgesamt ergibt sich also ein geteiltes Bild. Vieles spricht zunächst für die an den Finanzmärkten derzeit gehandelte Erwartung eines deutlichen Wachstumsschubs im Jahr 2017. Deutsche Exportunternehmen sollten allerdings weiter blicken und auch die signifikante Gefahr eines mittelfristig bevorstehenden konjunkturellen Abschwungs einkalkulieren. Die Staatsverschuldung der USA dürfte übrigens bereits im Jahr 2019 bei knapp 115 Prozent des BIP liegen (aktuell: 106 Prozent) – dieser Umstand stellt angesichts der weiterhin unangefochtenen Rolle der USA als “sicherer Hafen” in Krisenzeiten allerdings keinen Grund zur Besorgnis dar – zumindest nicht für die absehbare Zukunft. (vwh/mv)

Bildquelle: W.R. Wagner / pixelio.de

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten