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EZB sorgt sich wegen Niedrigzins um Versicherer

01.06.2015 – EZB Gebaude_EZBDie Europäische Zentralbank (EZB) macht sich angesichts der aktuell niedrigen Zinsen zunehmend Sorgen um die Versicherer. In ihrem aktuellen Finanzstabilitätsbericht sehen die Notenbanker die schwachen Ertragsaussichten als “finanzielle Schlüsselrisiken” für die Währungsunion. So stelle das derzeitige Marktumfeld “eine erhebliche Herausforderung” für die Profitabilität einiger Versicherer auf mittlere Sicht da.

Wie die Börsen-Zeitung berichtet, sieht die EZB vor allem drei Risiken für die Finanzstabilität: eine abrupte Umkehr der weltweit niedrigen Risikoprämien, die zunehmende Sorge um die Nachhaltigkeit der Verschuldung von Staaten und Unternehmen angesichts des niedrigen nominalen Wachstums, sowie die Gefahren “durch einen rasant wachsenden Schattenbanksektor”.

Bereits im April hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer Schieflage – insbesondere der deutschen und europäischen Lebensversicherer – gewarnt. Aus der Branche selbst hatten bereits führende Vertreter wie Munich-Re-Vorstandschef Niklaus von Bomhard die EZB wegen ihrer Politik des billigen Gelde scharf kritisiert.

EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio hatte diese Kritik nun indirekt gekontert. Es sei daher nicht richtig, die Zentralbank “für die niedrigen Zinsen verantwortlich zu machen”, so die Börsenzeitung weiter. Vor allem der Einfluss der Geldpolitik auf die langfristigen Zinsen sei sehr begrenzt, wird der Notenbanker zitiert.

Die Versicherer haben jedenfalls schon längst auf den Trend reagiert. So hatte die Generali unlängst angekündigt, ihre klassische Lebensversicherung aufgeben zu wollen.

Das Geschäftsmodell der klassischen deutschen Lebensversicherung scheint laut Börsen-Zeitung jedenfalls ein ein Auslaufmodell zu sein. Auch hartnäckigste Verfechter wie die Debeka haben demnach bereits alternative Produkte mit reduzierten Garantien vorgestellt.

Während vor allem wenige kleinere bis mittelgroße Lebensversicherer sich mittlerweile weitgehend aus dem Geschäft mit klassischen Policen verabschiedet, ziehen andere “einen mehr oder weniger harten Schlussstrich”, berichtet das Blat weiter. Die Mehrheit jedoch lasse das “klassische Garantiegeschäft langsam austrocknen lassen”. Alternativen seien demnach Fondsprodukte und biometrische Policen wie Risikolebensversicherungen. (vwh/td)

Bildquelle: EZB

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