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EZB-Sitzung in Neapel – Sparkassenpräsident übt scharfe Kritik

29.09.2014 – Draghi-2Die Europäische Zentralbank (EZB) kommt am Donnerstag in Italien zu ihrer regulären Sitzung zusammen. EZB-Präsident Mario Draghi wird sich in Neapel nach der Sitzung vor der Presse äußern. Alles deutet darauf hin, dass die EZB nach Wegen sucht, wie die Geldpolitik noch expansiver gefahren werden kann. Vom Sparkassenpräsidenten Georg Fahrenschon kommt vernichtende Kritik: „Die EZB ist am Ende ihre Lateins.“

Fahrenschon sagte in einem Interview der Berliner Zeitung, allerdings müsse man auch sehen, dass die Regierungen der Euro-Zone die EZB in diese schwierige Lage gebracht hätten. Es könne aber nicht sein, dass die EZB quasi als europäische Ersatzregierung fungiere. „Ich würde von der Europäischen Zentralbank ein klares Signal an die Mitgliedstaaten erwarten, dass sie nicht länger darauf vertrauen können, dass die Geldpolitik die Hausaufgaben für sie erledigt.“ Jetzt müssten die Länder Reformen einleiten und die Investitionen fördern.

Fahrenschon sagte, die jüngsten Signale der EZB für eine noch weitere Lockerung der Geldpolitik beunruhigten ihn. Das komme schon „haarscharf an den Bereich der verbotenen Staatsfinanzierung heran.“ Durch die nahezu Null-Zins-Politik fällt es insbesondere den hoch verschuldeten südeuropäischen Staaten in der Euro-Zone leicht, den Schuldendienst zu bedienen und sich vor Reformen zu drücken. Ganz gefährlich sei auch, wenn auf breiter Front der Eindruck erweckt werden, Sparen lohne sich nicht mehr, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. „Das ist gefährlich.“ Niemand sollte unterschätzen, was das für die Psychologie von Millionen Menschen in ganz Euro bedeutet. (brs)

Foto: Mario Draghi, Präsident der EZB. (Quelle: EZB)

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