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EZB-Bankenstresstest: Deutsche Banken sind solide aufgestellt

27.10.2014 – Manfred-BruessVon VWheute-Korrespondent Manfred Brüss.

Der von der Europäischen Zentralbank (EZB) vor der kurz bevor stehenden Übernahme ihrer Aufsichtsfunktion für die großen Banken der Euro-Zone durchgeführte umfangreiche Stresstest hat für die beteiligten 25 deutschen Institute in der Summe zu einem sehr erfreulichen Ergebnis geführt. Die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Elke König warnte vor der Presse in Frankfurt die Banken aber, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.

Im Ergebnis hat das so genannte Comprehensive Assessment der EZB gezeigt, dass „die 25 teilnehmenden deutschen Institute solide sind und dass die Banken mit ihrer Kapitalausstattung einem schweren wirtschaftlichen Schock standhalten würden“, erklärten die BaFin und die Deutsche Bundesbank. Lediglich in einem Fall (Münchener Hypothekenbank) habe sich eine nominelle Kapitallücke ergeben, die die Bank nach dem Stichtag des Stresstests (31.12.2013) inzwischen geschlossen habe. „Die Bilanzprüfung und der Stresstest schaffen eine bisher nie dagewesene Transparenz“, sagte der für die Bankaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret auf der gemeinsamen Pressekonferenz. Angesichts des aktuellen Stresstests hätten allein die deutschen Institute seit Jahresbeginn 2014 neues, hartes Kapital /CET1) über 14,4 Milliarden Euro aufgenommen.

Geprüft wurden allein in Deutschland den Angaben zufolge über 18.000 Kreditakten und 15.000 Sicherheiten. „Die Positionen erwiesen sich zum allergrößten Teil als werthaltig und angemessen bilanziert“, hieß es weiter. Dieses Ergebnis entspreche den Erwartungen, sagte König. Allerdings sei bei der Schiffs- und Immobilienfinanzierung weiterhin Vorsicht geboten. Im Ergebnis wurden den deutschen Instituten ein gutes Zeugnis ausgestellt: „Die Kapitalausstattung der deutschen Banken erwies sich auch unter der Annahme eines sich deutlich verschlechterndes Umfeld als gut.“

Deutsche Banken sind solide aufgestellt
Grafik: Übersicht Bankenstresstest (Zum Vergrößern hier klicken)

Von den 130 führenden Banken der Euro-Zone zeigten dem EZB-Befund zufolge immerhin 25 Institute zum Ende des vergangenen Jahres klare Schwächen, deren Beseitigung einen Kapitalmehrbedarf von 25 Milliarden Euro erforderlich gemacht hätte. Zwölf dieser Banken ist es allerdings nach Angaben der EZB mittlerweile gelungen, durch die Aufnahme von 15 Milliarden Euro an neuem Kapital ihre Bilanz wieder ins Lot zu bringen. Die anderen Banken sind jetzt aufgefordert, innerhalb von zwei Wochen Maßnahmen anzukündigen, um die geforderte Kapitalausstattung sicherzustellen. EZB-Vizepräsident Vitor Constancio sagte in einer separaten Pressekonferenz, mit dem Stresstest sei ein Meilenstein zur Vorbereitung einer einheitlichen Bankenaufsicht, die im November dann voll greifen werde, gelungen. „Diese beispiellose tiefgreifende Untersuchung der (Bilanz)-Positionen der größten Banken wird das öffentliche Vertrauen in den Bankensektor stärken.“

Die untersuchten 130 Banken der Euro-Zone verfügen den Angaben zufolge über eine Bilanzsumme von 22 Billionen Euro. Dies entspricht 82 Prozent der aggregierten Bilanzsumme aller Banken in der Euro-Zone (siehe KÖPFE).

Links: EZB-Bericht (PDF, engl.), Deutsche Bundesbank und BaFin Bericht

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