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Euler Hermes zählt über 800 neue Handelsbarrieren

24.06.2015 – Containerschiff_Bernd Sterzl_pixelioDer Kreditversicherer Euler Hermes zählt seit Anfang 2014 weltweit mehr als 800 neue Handelsbarrieren – mit steigender Tendenz. Vor allem die aufstrebenden Schwellenländer hätten “etwas dagegen, wenn Naschkatzen versuchen, Leckerbissen von ihrem Teller zu stibitzen”, so der Kreditversicherer. Ganz oben auf der Rangliste der Länder mit den meisten Handelsbarrieren stehen laut Euler Hermes Russland und Indien.

“Spitzenreiter ist eindeutig Russland mit sage und schreibe 96 protektionistischen Maßnahmen”, sagt Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe. Allerdings verwundere dies vor dem Hintergrund der “zahlreichen Sanktionen” nicht verwunderlich. Knapp dahinter auf Platz zwei folgt Indien mit 93 Schutzmaßnahmen vor Brasilien (55) auf Platz drei, Indonesien (38), Südafrika (29), China (27), Argentinien (23), Vietnam (23), Mexiko (13) und der Türkei.

Dabei sei die Palette der bestehenden Handelsbarrieren sehr weit gefächert, so Euler Hermes weiter. Viele seien allerdings so speziell, dass sie in der Regel nur den betroffenen Unternehmen bekannt seien. Dazu zählt der Kreditversicherer u.a. das Importverbot für Reis in Gambia oder die Besteuerung von chinesischer Zitronensäure in Kasachstan. Als größtes Handelshemmnis zählt der Kreditversicherer jedoch das geplante Freihandelsabkommen TTIP. Sollte es umgesetzt werden, würden derzeit Afrika und Asien “vom Buffet der europäisch-amerikanischen Delikatessen” ausgeschlossen werden.

Zudem bremsen die Handelsbarrieren den weltweiten Export weiter aus. Die Folgen aus Sicht des Kreditversicherers: negative Preiseffekte und vielerorts deflationäre Tendenzen. “Auf dem Menü des weltweiten Exports stehen als Vorspeise Preisduck-Deflations-Soufflé, Protektionismus-Geschnetzeltes als Hauptgang und zum Dessert Zahlungsausfalltörtchen”, ergänzt Subran. “560 Mrd. US-Dollar an Umsatz entgehen dem weltweiten Export 2015 durch dieses Menü aus bösen Zollüberraschungen, ansteigenden Zahlungsfristen, die sich unter die politischen Risiken und mischen”, betont der Experte.

Das eigentliche Schlaraffenland liege allerdings in Ländern wie Kolumbien, Polen oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. “Dort gibt es keine exzessiven Handelsbarrieren und die Importe wachsen dank guter volkswirtschaftlicher Rahmenbedingungen deutlich – es ist eben doch alles Geschmackssache, der Appetit kommt beim Essen – auch beim Export”, sagt Subran. (vwh/td)

Link: Die vollständige Studie (in Englisch)

Bild: Containerschiff (Quelle: Bernd Sterzl / pixelio.de)

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