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Euler Hermes mit Eskalationsszenario zu Russland-Sanktionen

14.10.2014 – deutschland-russland-fahnenDer Kreditversicherer Euler Hermes hat in einer aktuellen Studie zu Russland und der Ukraine verschiedene Eskalationsszenarien durchgespielt und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionen prognostiziert. Dabei geht das Unternehmen von einem verringerten Wachstum Russlands für 2014 ( – 0,6 Prozent) und 2015 ( + ein Prozent) aus.

Die Branchen in Russland, die sorgfältiger Beobachtung bedürfen, sind nach Einschätzung von Euler Hermes die Bereiche Gas und Öl, Stahl, Bergbau, Transport und Telekommunikation. Besondere Risiken birgt die Situation auch für die Länder Finnland, Slowakei, Litauen, Estland und Tschechien wegen deren großen Abhängigkeit von Öl- & Gaslieferungen von bzw. den engen Handelsbeziehungen zu Russland.

Von den Kernländern Europas sind allerdings Deutschland, die Niederlande und Belgien den Risiken aus Russland am meisten ausgesetzt. Sie könnten 0,2-0,3 Prozentpunkte ihres jährlichen BIP-Wachstums wegen negativer Spillover-Effekte im Handel einbüßen.

Die gefährdetsten europäischen Branchen finden sich in den Bereichen Metalle, Chemie und Agrar-Nahrungsmittel, doch die Auswirkungen auf die Branchen bleiben wahrscheinlich insgesamt begrenzt. Ein Eskalationsszenario könnte durch eine direkte massive russische militärische
Einmischung in der Ukraine ausgelöst werden (Wahrscheinlichkeit: 30 Prozent). Die Folge wäre eine tiefe Rezession in Russland (-1.8 Prozent 2014 und -4.5 Prozent 2015) sowie eine Verringerung des jährlichen BIP-Wachstums in der EU um ein Prozentpunkt. Wahrscheinlich würde sich dieses Szenario direkt auf die jährliche Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen negativ auswirken (+1,5 Prozentpunkte für Deutschland und Frankreich, wo etwa 350 bzw. 850 zusätzliche Unternehmen bedroht wären).

Allein ein Blick auf einen Teilbereich russischer Exportgüter macht die Abhängigkeit Deutschlands, als einer der weltweit führender Automobilproduzenten deutlich:

Russland ist weltweit mit einem Anteil von 40 Prozent der globalen Produktion der Hauptproduzent von Palladium, ein Metall, das für Katalysatoren in der Automobilindustrie gebraucht wird. An zweiter Stelle weltweit rangiert Südafrika (mit 36 Prozent der globalen Produktion). Die Produktion dort leidet jedoch seit Jahresanfang unter den häufigen Streiks. Ein plötzlicher Exportstopp seitens Russlands (die Wahrscheinlichkeit ist gering) hätte tatsächlich dramatische Auswirkungen auf die weltweite Produktion der Automobilbranche. Russland ist auch einer der wesentlichen Produzenten sowohl von metallischem (zweitgrößter weltweiter Produzent mit 15 Prozent der globalen Produktion nach China mit 32 Prozent) wie von mineralischem Nickel (drittgrößter weltweiter Produzent mit 10 Prozent der globalen Produktion, mit einem leichten Vorsprung vor Australien aber hinter Indonesien und den Philippinen, beide jeweils mit 18 Prozent).

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