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EU will Vorherrschaft von US-Ratingagenturen brechen

06.05.2014 – Die drei US- Credit Rating Agenturen (CRA)  Standard & Poors (S&P), Moodys und Fitch dominieren die Welt und stürzten die Eurowährung und Euroländer mit ihren Bewertungen in die Krise. Die EU will nun eigene unabhängige CRAs in der EU etablieren.

Der Turbulenzen um den Euro und die Herabstufung der Bonität von Euro-Staaten lag nach dem Zusammenbruch des Bankenhauses Lehman Brothers mit verheerenden Folgen für die globalen Finanzmärkte seit 2008 in den Händen von allmächtigen und umstrittenen US-Ratingagenturen. Die Dominanz der amerikanischen Credit Ratingagenturen als Global Player zu brechen, ist das Ziel einer Initiative der EU-Kommission seit dem Jahre 2009.

Der Wunsch der Europäischen Union im Zuge der Finanzmarktkrise, sich von den us-amerikanischen Bonitätsbewertungen unabhängiger zu machen, ist jedoch leichter gesagt als getan. Gestern hat die EU-Kommission einen Bericht über den Aufbau eines Netzwerkes von kleinen und mittleren CRAs vorgelegt, der neue Optionen für mehr Transparenz und Verlässlichkeit bei den Bonitätsprüfungen von Banken und Versicherungen für Emittenten in der EU eröffnen soll.

Demnach schlägt die EU-Kommission für die Realisierbarkeit eines Netzes kleinerer Ratingagenturen in Einklang mit der unlängst eingebrachten CRA III-Verordnung den Aufbau eines integrierten oder kooperativen Netzes von EU-weit agierenden Ratingagenturen.

Entsprechend der CRA-III Verordnung sollen diese Ratingagenturen registriert und zugelassen werden von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA). Die EU- Kommission veranschlagt den Aufbau eines derartigen Netzes bei einer Beteiligung von 15 Ratingagenturen auf 900.000 bis 1,95 Mrd. Euro jährlich. Wenn die EU-Mitgliedstaaten und das EU-Parlament diesem Vorschlag zustimmen, könnte die Initiative aus dem mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 wie etwa dem Forschungshaushalt „Horizont 2020“ finanziert werden.

In Europa  haben sich seit 2009 zwar eine Reihe kleinerer Ratingagenturen in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten herausgebildet, die sich allerdings nur auf bestimmte Branchen wie zum Beispiel die Versicherungsbranche konzentrieren und operieren regional begrenzt auf Teilmärkten in der EU. Der Vorstoß der EU-Kommission soll die kleinen Ratingagenturen hingegen in Zukunft europaweit vernetzt aufstellen und damit eine echte Alternative zur Dominanz der US-Ratinagenturen darstellen. (taf)

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