Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

EU will einheitliche Regelungen für Benchmarks

04.12.2013 – gdv-logoDie Europäische Kommission zielt mit einem neuen Verordnungsvorschlag darauf, mehr Vertrauen in die Integrität von Benchmarks zu schaffen. Unter anderem sollen die neuen Vorschriften für mehr Prävention sorgen und die Aufdeckung von Manipulationen wie etwa dem Libor- und Eurobor-Skandal erleichtern. Die deutsche Versicherungswirtschaft begrüßt diese Initiative, mit dem auch die Zuverlässigkeit und Transparenz von Benchmarks verbessert werden soll.

„Für die deutsche Versicherungswirtschaft mit circa 1,4 Millionen Billionen Euro Kapitalanlagen ist die Zuverlässigkeit und die zutreffende Erstellung von Benchmarks von erheblicher Bedeutung”, schreibt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer Stellungnahme. Besonders positiv sieht die Versicherungswirtschaft, dass der Anwendungsbereich neben den Benchmark-Administratoren auch die Datenzulieferung erfasst. Der Verband weist auf folgende Punkte hin:

  • Im Hinblick auf den Anwendungsbereich der Verordnung hält es der GDV für sinnvoll, „dass diese nicht Versicherungsverträge in der Erst- und Rückversicherung erfasst”.
  • Wenn beaufsichtigte Unternehmen nur Benchmarks von zugelassenen bzw. registrierten Administratoren verwenden dürfen (Art. 19 Vo-Vorschlag), besteht nach Ansicht des Verbandes das Problem, „dass viele Indizes-Anbieter ihren Sitz nicht in der EU haben und fraglich ist, ob diese sich der EU-Aufsicht unterwerfen werden”. Deshalb gelte es „negative Auswirkungen auf die Benchmark-Nutzer zu vermeiden und gegebenenfalls Ausnahmen für Indizes-Anbieter außerhalb der EU zuzulassen”.
  • Weil der Verordnungsvorschlag dem Schutz der Verbraucher und Investoren dient, „sollte sich der Anwendungsbereich auf externe Messungen und Berichterstattungen an Dritte erstrecken und nicht die Verwendung zur internen Unternehmenssteuerung erfassen”.
  • Kritisch sieht der GDV die zusätzlichen regulatorischen Anforderungen des Vorschlags. Dies könnte „die Mehrheit der Anbieter von Rohstoffindizes aus dem Markt drängen” und dazu führen, dass nur „noch wenige große Indexanbieter übrig bleiben”.
  • Für Benchmark Nutzer sollte der Verwaltungsaufwand reduziert werden. „Es ist sachlich nicht gerechtfertigt, dass Benchmark-Nutzer, welche die von der Verordnung erfassten Finanzinstrumente lediglich besitzen und nicht emittieren, ebenfalls Prozesse vorhalten sollen” wie im Fall einer Benchmark-Änderung oder -Einstellung”, erklärt der GDV.
  • Zweifel bestehen für den Verband auch, „ob im Rahmen der Verordnung auch strafprozessuale Maßnahmen wie Hausdurchsuchungen geregelt werden dürfen, oder dies nicht vielmehr, wie in den Grundlagen-Verträgen vorgesehen, einer Richtlinie vorbehalten ist”.

Link: Stellungnahme des GDV (PDF)

Autor:
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten