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EP beschließt “Beipackzettel” für Finanzprodukte

17.04.2014 – ezb-euro-logo-150“Bei Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker” lautet der standardisierte Hinweis an Verbraucher, bei der Verwendung und Einnahme von Medikamenten Vorsicht walten zu lassen. Das Vertrauen in riskante Finanzprodukte hat in der Vergangenheit vielen Kleinanlegern in der EU nicht nur Kopfschmerzen bereitet, sondern in Einzelfällen auch zu Herzattacken geführt. Damit die oft in Fonds, Derivaten oder Versicherungen als Anlagegeschäfte verpackten oder getarnten Finanzprodukte in Zukunft keine unliebsamen Folgewirkungen zulasten des Kleinanlegers mehr verursachen, hat die EU-Kommission im November  2013 eine Verordnung für sogenannte “Packaged Retail Investment Products” – kurz Prips – auf den Weg gebracht.

Bei einer jüngsten EU-weiten Umfrage gaben nahezu 60 Prozent von Kleinanlegern an, dass sie mit der langfrisitgen Bindewirkung von Finanzprodukten Problem haben und sich schlecht beraten fühlen. Gestern hat das EU-Parlament die Prip-Verordnung beschlossen, die Anbietern von geschlossenen Fonds ein bis zu dreiseitiges Informationsblatt – eine Art “Beipackzettel” in Zukunft vorschreibt. In Deutschland sind Finanzproduktbeschreibungen in Form von Vermögensanlagen-Informationsblättern (Vib) seit Juni 2012 für Banken bereits Pflicht.

Mit der Prip-Verordnung will die EU-Kommission die verschiedenen Anlageformen europaweit transparenter machen: Vor allem sollen die für den Verbraucher mit dem Kauf derartiger Finanzprodukte verbundenen Kosten offengelegt werden. Auch sollen so die unterschiedlichen Fonds untereinander vergleichbar werden. Dies gilt ebenso für Zertifikate und kapitalbildende Lebensversicherungen. Ausgenommen von den Prip-Informationspflichten sind Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV). Diese müssen vom betroffenen Betrieb oder Arbeitgeber laut jüngst beschlossener EU-Pensionsfonds-Richtlinie künftig ebenfalls jährliche Berichtspflichten erfüllen.

Kleinanleger bemängeln, dass standardisierte Informationen über gebundene Finanzprodukte fehlen und wesentliche Hürden für Investmenttätigkeit vor allem auch im Internet darstellen. “Zu häufig haben in der Vergangenheit Fondsanbieter Finanzprodukte verkauft, die Kleinanleger weder verstehen noch benötigen”, begrüßte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier das EP-Votum. Damit sei bald Schluss. Die Parlamentsberichterstatterin Pervenche Beres, zeigte sich überzeugt, dass die Prip-Verordnung neues Vertrauen an den Finanzmärkten aufzubauen helfe. Die EU-Verordnung tritt nach der Annahme durch den EU-Ministerrat mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt umgehend in Kraft. (taf)

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