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England unter Wasser – Milliardenschaden erwartet

17.02.2014 – gummistiefel-150Die lang anhaltenden Regenfälle über den britischen Inseln haben weite Landstriche im Südwesten des Königreiches überflutet. Unter Wasser stehen Regionen, die seit 150 Jahren kein Hochwasser mehr erlebt haben. Der britische Versichererverband ABI beziffert die Schäden aus der Zeit vom 23.12.2013 bis 8.1.2014 bereits auf 426 Mio. britische Pfund. Es gehe um 176.000 Einzelmeldungen betreffend Immobilien, Inhalt und Autos. Allerdings kommen hierzu mittlerweile zusätzliche Schäden aus einem ganzen Monat.

Das Ende ist noch nicht abzusehen. Justin Gott vom Lloyd’s Versicherer Hiscox prognostiziert für den Fall eines Anhaltens der ungewöhnlichen Wetterverhältniss bis März oder gar April einen Marktschaden von einer Mrd. Pfund. Das Wasser droht jetzt auch die politische Karte im Lande neu zu zeichnen.

Erst spät bequemte sich Premierminister David Cameron in die Krisengebiete, jetzt wurden auch die Prinzen William und Harry beim Sandsackschleppen gesichtet. Sogar die Queen packt mit an: Sie spendete Tierfutter für betroffene Bauern in der Grafschaft Somerset. Nun droht die möglicherweise eine Mrd. Pfund kostende Serie von Elementarschäden zu einem künftige Wahlkämpfe entscheidenden Politikum zu werden.

Bereits vor Beginn der jetztigen Fluten wurde kontrovers über die Versicherung von Überschwemmungsschäden diskutiert. Die britische Assekuranz war nicht länger bereit, die zunehmende Zersiedlung der Landschaft und damit einhergehende Verschiebung zu exponierteren Risiken mitzumachen. Einen Kompromiss sollte die Mutualisierung schlechter Risiken durch die Gründung des Non-Profit-Spezialrückversicherers Flood Re bringen. Dieser soll aber wohl nur die Risiken aus selbstgenutzten Privathäusern decken, für vermietete Objekte sowie generell alle nach 2009 errichteten Gebäude sollen nach dem Willen der Assekuranz die Eigentümer künftig risikoadäquate Prämien zahlen müssen. Der Hiscox CEO Bronek Masojada kritisierte jedoch, Flood Re werde ein Sechstel der Hauseigentümer in eine verzweifelte Lage versetzen, das Konzept werde in der Praxis nicht funktionieren.

Die Suche nach den Schuldigen hat begonnen. An erster Stelle rangieren die Wettergötter, des weiteren aber wird die britische Regierung dafür verantwortlich gemacht, dass Deiche und Küstenbefestigungen nicht besser unterhalten wurden. Konsequenzen wird das Ereignis sicher auch auf die entsprechenden Schadenkarten Englands haben (analog dem deutschen Zürs public-Verzeichnis). (cpt)

Bild: Können wie seit Platzeck und Schröder eine sehr wirkungsvolle Wahlkampfhilfe sein: Gummistiefel im Hochwasser-Einsatz. (Quelle: ak)

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